»Georg aber sprach: ›Sei ohne Furcht, ich will Dir helfen im Namen Christi!‹«
Aus der Georgslegende

Wibe-Junge-Haus

Ein Platz an der Sonne – auch im Alter: das Wibe-Junge-Haus.

Das Wibe-Junge-Haus

Im Wibe-Junge-Haus finden ältere Menschen, die dementiell oder altersspezifisch erkrankt sind, ihre neue Heimat. Hier leben sie mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern, sowie Mitarbeitenden in einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Bei der Architektur des Hauses wurde großer Wert auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner gelegt. Ein großer Garten im Innenhof lädt zum Spaziergehen und zum Verweilen ein.

Im Wibe-Junge-Haus leben die Menschen in überschaubaren Gruppen mit je 9-16 Personen. In großzügigen Wohn-, Ess- und Kochbereichen spielt sich das Gemeinschaftsleben ab. Auf Wunsch beteiligen sich die Bewohnerinnen und Bewohner an den täglichen Hausarbeiten – oder erleben einfach den Tagesablauf in der Gemeinschaft.

Als Rückzugsraum dienen die Wohnräume, fast ausschließlich Einzelzimmer mit eigenem Bad und der Möglichkeit diese mit eigenen Möbeln einzurichten. Fernseh- und Telefonanschluss gehören zu jedem Zimmer. Großzügige Bodenfenster erlauben auch bettlägerigen Personen den Blick ins Grüne. Sitzgruppen und Sofas in kleinen Nischen des Gebäudes laden zum Klönen, zum Gesellschaftsspiel, zum Fernsehen oder zum Empfang von Besuch ein.

Namensgeber

Wibe Junge

Wie viel Mut muss jemand aufbringen, wie viel Gottvertrauen verspüren, um eine solch aufrechte und gefährliche Tat fertig zu bringen wie Wibe Junge? Dezember 1524. Der Scheiterhaufen auf dem Heider Marktplatz ist aufgeschichtet. Der junge, engagierte Mönch und Prediger Heinrich von Zütphen hat die Augen zum Himmel gerichtet. Ihn erwartet der grausame Feuertod: „Herr, vergib ihnen. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Dein Name ist allein heilig, himmlischer Vater.“ *) Die Menschenmenge auf dem Marktplatz ist aufgebracht. Tumulte entstehen. **) Einzig Wibe Junge stellt sich an diesem Tag öffentlich vor den frommen Mann, der ein begeisterter Schüler Martin Luthers ist. Sie kniet nieder. Bittet die Urteilsvollstrecker um Gnade. Fleht um Aufschub zumindest, wenigstens um paar Tage. Dann könne sein Fall noch einmal von allen Landesvertretern angehört werden. Sie will sich bis dahin sogar selbst als Geisel zur Verfügung stellen und bietet dazu noch 1000 Gulden, um ihrer flehentlichen Bitte Nachdruck zu verleihen.*) Vergeblich. Sie kann die grausame Hinrichtung nicht verhindern.

Heinrich von Zütphen hat bei Martin Luther in Wittenberg studiert, ebenso wie Nicolaus Boie, der in diesem Jahr 1524 Priester in Meldorf ist. Er lädt Heinrich nach Meldorf ein, denn er weiß: Heinrich kann den Menschen das Wort Gottes besonders mitreißend und überzeugend nahe bringen, ebenso die Lehren der Reformation. Auch Boie, der etwa Mitte zwanzig gewesen sein muss, predigt begeistert Luthers Lehre und verteilt seine Schriften an das einfache Volk in Meldorf. Er steht weiterhin mit Luther in Kontakt, berichtet ihm und bekommt Ratschläge und Schriften zugesandt.**)

Kein Wunder, dass der eifrige Boie, der so viel Überzeugungskraft und Gottvertrauen ausstrahlt, den Mächtigen in der damals selbstständigen Bauernrepublik Dithmarschen ein Dorn im Auge ist: Sowohl den Regierenden im 48er Rat aus einflussreichen Großbauern als auch führenden Vertretern der Dithmarscher Kirchspiele. Diese hatten gerade noch einmal offiziell bekundet, an der bisherigen katholischen Glaubensrichtung festzuhalten und keinem Priester die Verbreitung des neuen Glaubens zu gestatten. Ansonsten müsse er mit Leben und Gut dafür einstehen – ohne Gnade.

Die Einladung Heinrichs von Zütphen in die Domstadt muss also für Ärger sorgen und ist ein riskantes Unterfangen, auch wenn Boie dafür Rückenstärkung von führenden Herren am Ort bekommen haben muss. **) Geradezu nachdrücklich dafür eingesetzt hat sich zudem offenbar Wibe Junge, die als Witwe ebenfalls in Meldorf wohnt und ebenso fromme wie überzeugt Anhängerin des Lutherischen Glaubens ist. Zusammen mit Pastoren und anderen Christen hat sie den Prediger Heinrich „daselbst mit großen Freuden“ im Advent 1524 in Meldorf empfangen.*)

Hier zeigt sich um so mehr Wibe Junges Mut und Glaubensstärke, die nötig gewesen sein müssen, für ihre Überzeugung einzustehen. Schließlich ist sie eine Tochter aus gutem Hause. Witwe von Claus Junge, der zu Lebzeiten Mitglied im regierenden 48er Rat gewesen ist. Außerdem Schwester von Peter Nanne, ein ebenfalls Politik erfahrener 48er aus einer der einflussreichsten und traditionsreichsten Großbauernfamilien Dithmarschens.*). Gerade er wird den jungen, engagierten Predigern schließlich zum Verhängnis. Peter Nanne, so schreibt Martin Luther später, sei „ein giftiger Feind des Wortes Gottes“ gewesen. Wohl wissend, gegen den Willen und Beschluss der Mächtigen in der Bauerrepublik zu handeln, lassen sich Nicolaus Boie und Heinrich von Zütphen dennoch nicht beirren. So lässt das Meldorfer Kirchspiel die beiden Prediger dann ausdrücklich gewähren, woraufhin der 48er Rat erneut berät und die gemäßigten Vertreter sich zunächst durchsetzen. Sie wollen nun doch auf ein sofortiges energisches Eingreifen verzichten und die Angelegenheit vertagen.

Peter Nanne sucht daraufhin Mitstreiter und zahlreiche Bauern aus den nördlichen Kirchspielen, die er – mit Hilfe von reichlich Bier – zu einer brutalen Nacht- und Nebelaktion anstacheln kann.**) Sie überfallen die Prediger in ihrer Meldorfer Wohnung im Schlaf, zerschlagen ihre Habseligkeiten, prügeln, stechen und stoßen die Männer dann in eisiger Nacht vor die Tür. Heinrich von Zütphen wird hart an den Händen gefesselt und barfuß auf eisglatten Wegen bis nach Heide getrieben. „Bald waren seine Füße vom Eise durchschnitten... man höhnte und misshandelte ihn aufs Furchtbarste“***) Schon am nächsten Tag, einem Sonnabend, wird der Gepeinigte kurzerhand zum Tode verurteilt.

„Am 11. December 1524 morgens 8 Uhr wurde er auf den Marktplatz in Heide geführt. Wibe Junge bat flehentlich, man möge mit der Ausführung des Urteils wenigstens drei Tage warten, ja sie bot für die Bewährung solchen Aufschubs 1000 Gulden. Man verweigerte ihr Angebot und trat die Bittende mit Füßen.“ ***) Der beherzte Prediger soll nun endgültig Ruhe geben. Der Vogt, der das Urteil fällt, ist angeblich bestochen. Es kommt zu Tumulten. **) Zwei Stunden lang versucht man vergeblich, das Feuer seines Scheiterhaufens zu entzünden. Danach bindet man Heinrich von Zütphen an eine Leiter, „so dass ihm das Blut aus Mund und Nase quoll. Ein Mann wollte die Leiter aufrichten und mit seiner Hellebarde stützen, da sank dieselbe um und die Hellebarde ging dem Gequälten durch den Rücken.“ ***) Eine Hellebarde, auch genannt Helmbarte, ist eine Speer ähnliche Hieb- und Stichwaffe, die zu jener Zeit weit verbreitet war. Ein Hammerschlag setzt dem Leben Heinrich von Zütphens endgültig ein Ende. „So starb dieser hochbegabte Prediger des Evangeliums, 36 Jahre alt.“ Martin Luther hat das Schicksal Heinrich von Zütphens selbst aufgeschrieben. Außerdem schickt er besondere Trostbriefe an Wibe Junge sowie an die Gemeinden Meldorf und Bremen, wo Zütphen zuvor gearbeitet hatte.

„Wie schmerzlich der Tod des Freundes für Nicolaus Boie auch sein mochte, so ließ er sich doch keinen Augenblick abhalten, das Evangelium lauter und rein zu predigen. ... Der Erfolg blieb nicht aus, denn nach wenigen Monaten war weit über die Hälfte der Einwohner Meldorfs der lutherischen Lehre gewonnen.“ ***) Acht Jahre später, im Jahr 1532, kehrte die Versammlung der Dithmarscher Kirchspielsvertreter ihren Beschluss um und verbot nun die weitere Verbreitung des bisherigen katholischen Glaubens. **)

Wiebke Reißig-Dwenger

*) Nach dem detaillierten Bericht in der Chronik von Antonius HeimReich aus dem Jahr 1683, aus dem der Archivar des Dithmarscher Landesmuseums in Meldorf, Karsten Schrum, die entscheidenden Passagen erklärt und zur Verfügung stellt.

**) Dies beschreibt Heimatforscher Professor Dr. Nis Nissen in seinem Buch „Kleine Geschichte Dithmarschens“, Verlag Boyens & Co. Es zeigt auch ein 1745 gedrucktes Bild nach älteren Vorlagen, das die Marktszene in Einzelheiten beschreibt.

Leistungen

Das Angebot der stationären Pflege wendet sich an Menschen, die demenziell oder gerontopsychiatrisch erkrankt sind. Unsere Pflegekräfte gestalten aktiv den Alltag der Patienten und bieten ein abwechslungsreiches Beschäftigungsangebot an.

Sie können Krankenhausaufenthalte vermeiden oder verkürzen und Krankenpflege in Ihrer vertrauten Umgebung genießen. Wir bieten Leistungen wie Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Versorgungen an.

Sie haben einen eigenen Haushalt, mind. 1 Kind unter 12 Jahren und benötigen Hilfe? Wir unterstützen Sie oder übernehmen die Pflege, die Weiterführung des Haushaltes oder auch die Betreuung der Kinder.

Zu Hause werden Sie von unseren Fachberatern begleitend betreut und erhalten viele Tipps zu Ihrer Pflege und hilfreiche Informationen über zusätzliche Leistungen der Pflegeversicherungen. Darüber hinaus vermitteln wir ergänzende Hilfen und Reisen für pflegende Angehörige.

Wir informieren und vermitteln an kompetente Beratungsstellen, wenn Sie Alltagshilfen, Mobilitätshilfen oder Pflegehilfsmittel benötigen.

Wir unterstützen die ganzheitliche Versorgung der Patienten und beraten Sie über soziale Rechte, Pflegeversicherungen und -kosten, Leistungen der Krankenkassen uvm. und helfen Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Wir organisieren notwendige Pflegehilfsmittel, Arztbesuche, spezielle Medikamente, Physiotherapeuten und beraten Sie umfassend.

Unsere speziell geschulten Mitarbeiter begleiten die Patienten bis zum Ende ihres Lebensweges und stehen den Angehörigen und Freunden zur Seite.

Freizeit

Die Dithmarscher Kreisstadt umfasst rund 21.000 Einwohner. Heide ist das kulturelle Zentrum an der Nordsee. Hier kann man einkaufen, den großen traditionellen Wochenmarkt erleben, Konzerte und Museen besuchen oder einen Kneipenbummel unternehmen. Es ist für jeden etwas dabei!

Alle 2 Jahre findet in Heide der Heider Marktfrieden statt, ein Volksfest der besonderen Art. Ein weiteres traditionelles Fest ist die Hohnbeer, die zur Fastnachtszeit die plattdeutsche Mundart pflegt und fördert. Die Dithmarscher Kohltage werden jährlich mit Unterhaltung, Kunst, Kultur und kostbarem Essen gefeiert.

In der Dithmarscher Wasserwelt findet jeder seinen Spaß. Zur Auswahl stehen: Bäder, Saunen, Solarien, ein Restaurant und vielfältige Kursangebote. Wohlfühlbewusste Frauen begrüßt Lady Line im Zentrum von Dithmarschen, dort können sie trainieren und entspannen.

Sehenswert ist die „Museumsinsel“ mit dem Klaus-Groth-Museum, dem Heider Heimatmuseum und dem Stammhaus der Familie des Komponisten Johannes Brahms. Die Postelvilla am Südermarkt wurde im Stil der Neorenaissance erbaut und von der Besitzerin Wilhelmine Postel der Stadt Heide vermacht.

Seit 1903 ist der Heider Wasserturm mit Trauzimmer des Heider Standesamtes das Wahrzeichen der Stadt. Der St. Georg Brunnen lässt sich auf dem Heider Südermarkt bewundern. Und Kirchenfreunde können sich auf die St. Jürgen und St. Josef Kirchen freuen.

Pflegenote

Qualität der stationären Pflegeeinrichtung

Wibe-Junge-Haus

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06.08.2012

Anfahrt

Zieladresse: Dietrich-Bonhoeffer-Str. 1, 25746 Heide

Kontakt

Wibe-Junge-Haus

Dietrich-Bonhoeffer-Str. 1 | 25746 Heide

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Podcast

Gesegneten Abend! Wibe Junge

Eine Andacht von Pastor Engler, die in der NDR Welle Nord ausgestrahlt wurde. Hören Sie doch einfach mal rein.

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