Hören Sie auf meine Stimme

Als Fortbilder und Supervisor zum Thema Stimmenhören hat sich Joachim Schnackenberg über viele Jahre ein enormes Wissen zu diesem Phänomen angeeignet. An dieser Stelle erzählt er von seinem Werdegang.

Sein Vortrag zum Thema „Stimmenhören“ im Januar 2013 (der Beitrag ist im Blog hinterlegt) ist bei den Zuhörern auf großes Interesse gestoßen. An dieser Stelle erzählt Joachim Schnackenberg, Co-Leiter des efc-Instituts, von seinem beruflichen Hintergrund.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

meine fachliche Ausbildung begann an der University of the West of England, wo ich Fachpflege für Psychiatrie studiert habe. Dieses Studium setzte ich später in Hannover fort. Ich habe insgesamt über 15 Jahre in England gelebt und dort in einer Reihe von stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgungsdiensten gearbeitet. Außerdem habe ich vor ca. 8 ½ Jahren mit KollegInnen ein Fortbildungsinstitut zum Maastrichter Ansatz des Stimmenhören verstehen (auch bekannt als erfahrungsfokussierte Beratung) gegründet, das ifc-Institut.

Der von uns vertretene Ansatz ist in der internationalen StimmenhörerInnen- und Recoverybewegung verankert, der besagt, dass das Stimmenhören selbst kein Zeichen von Krankheit ist und dass ein eigenständigeres Leben (Recovery) auch für Menschen, die seit Jahren von psychiatrischen Diensten unterstützt werden, möglich sein kann. Ganz entscheidend ist dabei, die Stimmen im Lebenskontext jenseits von Krankheitsdefinitionen zu verstehen, und die Beziehung zu den Stimmen, zu sich selbst und zu seiner Umwelt positiv zu verändern.

Seit dem 8. Februar 2016 habe ich nun in der Stiftung Diakoniewerk Kropp die Leitung Stimmenhören und Recovery mit einer halben Stelle übernommen, um den begonnenen Veränderungsprozess in diesem Bereich noch weiter und stärker mit zu begleiten und zu ermöglichen. Dabei werde ich als Supervisor sowie in der gestaltenden Umsetzung dieses Prozesses nicht nur in der St. Ansgar, sondern auch in allen relevanten Bereichen des Diakoniewerkes zur Verfügung stehen.

Außerhalb meiner halben Stelle hier im Diakoniewerk werde ich weiterhin Fortbildungs-, Supervisions-, und Forschungstätigkeiten insbesondere zum Thema Stimmenhören im deutsch- und englischsprachigen Raum nachgehen.

Der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, nach so vielen Jahren aus England nach Deutschland zurückzukehren, liegt in erster Linie an der Vision und der Begeisterung, die ich hier vonseiten der Leitung und der Mitarbeitenden gespürt habe. Die Empathie und das starke Interesse an den KlientInnen und der Umsetzung des Ansatzes haben mir sehr angesprochen. Es ist klar, dass ich sicherlich einen solchen Veränderungsprozess nicht allein bestimmen oder gestalten kann. Doch gemeinsam im Team und auf der Grundlage der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, bin ich voller Hoffung, dass wir Fortschritte erzielen und die Betroffenen erfolgreich begleiten können.


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