Unter uns gesagt – Ausgabe Nr. 163

Inhalt
unter uns gesagt… Titelbildgeschichte: Mit Musik geht alles leichter – Gartenkonzerte
Musik und Tanz während der Corona-Quarantäne im Garten des Schleswiger Feierabendhauses

REST-CENT-AKTION Mensch für Menschen sein – Diakonie ist das normale Christsein

Corona-Zeit-Erlebnisse – Interviews mit Bewohnerinnen und Mitarbeitenden

Unter uns gesagt – Ausgabe Nr. 162

Die Grundsteinlegung des Petri-Hauses

„Gönne dich dir selbst” – eine gute Idee!

Fachkrankenhaus Kropp – Der Weg der Kropper Psychiatrie

25 Jahre Außenwohngruppe Norderstraße – oder das Leben der anderen? Ein persönliches Resümee

Fasching im Martje-Flohrs-Haus

Informationen zum Corona-Virus

Liebe Angehörige, liebe Gäste!

Mit sofortiger Wirkung besteht ein  Besuchsverbot in allen Einrichtungen des Unternehmensverbundes Stiftung Diakoniewerk Kropp. Die Entscheidung über das Besuchsverbot erfolgt unter Berücksichtigung des öffentlichen Interesses um einen größtmöglichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Bis auf weiteres bleiben die Tagesförderstätten in Schleswig  geschlossen, die Ladengeschäfte LichtArt und StoffArt in Schleswig sowie der Strandkorb in Kropp bleiben geschlossen. Dies gilt bis zum 19. April 2020.

Nehmen Sie bei Bedarf bitte direkt mit den jeweiligen Einrichtungen Kontakt auf, in denen eine Leistung erbracht wird, die Sie oder Ihre Angehörigen betreffen.

Unsere Zentrale in Kropp erreichen Sie unter:

04624 801 0 oder Sie schreiben uns an info@diakonie-kropp.de

Informationen zur aktuellen Entwicklung:

www.rki.de

www.schleswig-holstein.de

 

Strandkorb – Neue Mittagstisch-Speisekarte

Bis auf weiteres bleiben die Tagesförderstätten in Schleswig  geschlossen, die Ladengeschäfte LichtArt und StoffArt in Schleswig sowie der Strandkorb in Kropp bleiben geschlossen.

Dies gilt bis zum 19. April 2020.

Das Kultur-Café in Kropp bietet neben Kultur auch einen vielfältigen Mittagstisch.

Hier geht’s zur aktuellen Speisekarte.

Unter uns gesagt – Ausgabe Nr. 161

Die Dezember-Ausgabe!

Der Kaufmannshof hat ein neues Angebot – StoffART

Verabschiedung Hans Kiene:
Wir wünschen Dir alles Gute, lieber Hans

3,8-Millionen-Projekt:
Erster Spatenstich für das Hospiz in Schleswig

Volles Haus beim Märchenmenü:
Hospizdienst Eiderstedt mit einer tollen Idee

Die Oase in Kropp wurde eingeweiht – das Wohnheim „Elim“ ist fertiggestellt!

Kropp: Nach gut einem Jahr ist auf dem Gelände des Diakoniewerks Kropp ein Wohnheim für 32 psychisch kranke Menschen entstanden. 3,5 Millionen Euro wurden in den Neubau investiert, der das Haus Zoar I ersetzt, das eines der ältesten und größten Gebäude auf dem Gelände ist.

Zur Erinnerung: Auf dem Richtfest im vergangenen Jahr wurde erstmals der Name des Wohnheims verkündet. „Elim – aus dem alten Testament – „eine Oase mit zwölf Quellen und 70 Palmenbäumen, ein Ort zum Leben, Helfen, Heilen und Trösten“, verkündete Jörn Engler, Theologischer Vorstand der Stiftung Diakoniewerk Kropp.

Der moderne Neubau hält auf zwei Stockwerken für 32 Bewohner mit psychischen und seelischen Beeinträchtigungen helle und freundliche Einzelzimmern mit eigener Nasszelle bereit, um dort Ruhe zu erleben und Schutz zur Neuorientierung zu erfahren. Im ersten Stock sind 8 Plätze für eine Wohngruppe entstanden, die dort ein relativ selbstständiges Leben führen werden und bei Bedarf ambulant versorgt werden können. Im Erdgeschoss ist ein 2-Gruppen-Konzept entstanden, das nach Bedarf flexibel unterteilt werden kann.

„Ziel ist es, die Bewohner auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten“, erklärt Piet Lassen, Geschäftsführer der St. Ansgar gGmbH. Dafür wurde zusätzlich ein therapeutisches Angebot entwickelt, unter anderem mit Fitnessraum, einem Raum der Stille, kleineren handwerklichen Arbeitsräumen und ein ansprechend großer Außenbereich gestaltet. „Mit der Investition in den Neubau am Standort Kropp, ist das Angebot der Eingliederungshilfe für die Menschen, die hier betreut werden, für die Zukunft professionell und nachhaltig aufgestellt“, erklärt Sven Roßmann, Personalvorstand im Diakoniewerk.

Mit der heutigen Schlüsselübergabe und Fertigstellung des Wohnheims, öffnen sich die Türen für die Bewohner, die zu Beginn der nächsten Woche in ihre neue Unterkunft ziehen dürfen.

Die Sankt Ansgar gGmbH unterstützt Menschen mit einer seelischen Behinderung auf dem Weg in die größtmögliche Selbständigkeit. Dazu bietet sie eine Vielzahl differenzierter vollstationärer und ambulanter Leistungen an, die im Sinne einer Rehabilitationskette individuell und flexibel aufeinander abgestimmt werden können.

Zu den vollstationären Angeboten gehören auch spezialisierte Wohnheime, in denen Menschen mit einem Unterbringungsbeschluss oder mit einer sogenannten Doppeldiagnose leben können. Ziel unserer sozialpsychiatrischen Arbeit ist die Ermöglichung einer umfassenden Teilhabe (Inklusion) der Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft.

Pressekontakt:
Stiftung Diakoniewerk Kropp
Herr Christian Nickelsen
Johannesallee 9, 24848 Kropp
Telefon + 49 4624 801-803
E-Mail c.nickelsen@diakonie-kropp.de

Das Kulturcafé Strandkorb feiert 10 jährigen Geburtstag

In diesen Tagen feiert das Kulturcafé Strandkorb im Zentrum von Kropp einen runden Geburtstag. In 2008 startete das Lokal als Tagestreff für alle Bürgerinnen und Bürger seinen Betrieb. Den Inklusionsgedanken einmal mehr mit Leben zu füllen und zugleich einen Ort für Begegnungen für das gleichberechtigte Miteinander zu schaffen, das lag bzw. liegt den verantwortlichen Betreiber von der Diakonie Kropp besonders am Herzen. Die Entwicklung der Einrichtung sei zweifellos wie eine Erfolgsgeschichte, betonen sie. So habe sich der „Strandkorb“ im Laufe der Zeit vom anfänglichen Insidertipp für viele Menschen zur beliebten Adresse im Ort entwickelt. Mehr als 20.000 Gäste und Nutzer hätten allein im Jahr 2017 den Treff aufgesucht. Dort integriert sind neben einem Inklusionsbüro für Beratung und Service, ein Café und ein Eine-Welt-Laden mit Geschenkartikeln und allerhand Nützlichem aus aller Welt und regionalen Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die kulinarische Palette von belegten Brötchen, Kuchen nach Hausmacher Art, Kaffee- und fair trade Bioteesorten wird seit Oktober vergangenen Jahres um einen  täglich wechselnden Mittagstisch ergänzt (Montag – Freitag von 11:30 – 13:30 Uhr). Kostenloses Internet und ein buntes Veranstaltungsprogramm aus Musik, Kunst, Information und Literatur runden zudem das Angebot des Kulturcafés ab.

 

20 Jahre Hospizdienst Eiderstedt: Jubiläumskonzert mit NoorRock und Klangmeer

Jubiläumskonzert in der Alten Werft in Tönning – 25.08.2018, ab 18 Uhr am Eiderdeich 19.

Seit nunmehr 20 Jahre sind die Mitarbeiter des Hospizdienstes in Eiderstedt eine starke Begleitung auf dem letzten Weg. Eine Leistung, die große Anerkennung verdient – und zum Ehrenfest auch ein großes Konzert mit NoorRock und KLANGMEER. Der Eintritt ist frei!

NoorRock

Die Sieger des 2. Ostsee Resort Festivals spielen deutsche Rock- und Pop- Eigenkompositionen. Auch der NDR wurde mittlerweile schon auf die 5 Musiker aufmerksam und widmete Ihnen bereits 2 Sendungen auf NDR 1 Welle Nord.

Seit September 2017 ist NoorRock mit Wolfgang Niedeckens BAP und vielen anderen berühmten Musikern auch auf der gemeinsamen Plattform DEMOTAPES auf YouTube vertreten!

Anne de Wolff (BAP) und ihr Profi- Team waren von der Musik und dem Text des NoorRock- Songs „Es ist nie zu spät“ so begeistert, dass sie entschieden, ihn dort mit aufzunehmen. Es wurde ein Video erstellt und nun ist NoorRock zusammen mit BAP, Silly, Fury in the slaughterhouse, Pohlmann, Purple Schulz und vielen anderen berühmten Künstlern als Eckernförder Band mit einem eigenen Song vertreten.
NoorRock hat sich dem Deutschrock verschrieben, lange bevor die deutschsprachige Musik erneut zum Top Trend avancierte. Sämtliche Arrangements und Texte stammen aus der “Kreativwerkstatt” der Musiker.
NoorRock ́s Musik bietet inhaltlich und musikalisch eine abwechslungsreiche Bandbreite von mitreißenden Rocksongs bis zu Balladen, die unter die Haut gehen.
Auf Wunsch ist mittlerweile auch eine kleine, aber feine Auswahl an deutschsprachigen Coversongs in das bis zu 2,5 stündige Programm der Band eingebaut. NoorRock- das ist handgemachte, ehrliche Musik aus dem Land zwischen den Meeren.

noorrock.de
NoorRock auf Youtube

KLANGMEER

KLANGMEER: Das sind vier Frauen und drei Männer mit viel Spaß an der Musik.
KLANGMEER: Das sind Tina (Gesang), Steffi (Gesang), Luise (Bassgitarre und Querflöte), Ilka (Cello), Thomas (Gitarre und Gesang), Frank (Akkordeon, Piano und Gesang) und Walter (Schlagzeug)
KLANGMEER: Das sind plattdeutsche Lieder von der Nordseeküste, deutsche Schlager, Aktuelles aus den Charts sowie oldies but Goldies in englischer und französicher Sprache.
KLANGMEER: Das ist seit 2015 viel Arbeit, Spaß, Diskussion, Leidenschaft, Überraschung.
KLANGMEER: Das ist viel Abwechslung und Klang – ganz nah am Meer.

Veranstalter: Hospizdienst Eiderstedt als Angebot der St. Christian Diakonie Eiderstedt gGmbH

Sommerfest 2018

Sommerfest 2018 – Eine “runde” Sache!

Sonnabend, 30. Juni 2018 auf der Salem-Festwiese, Johannesallee 9 in Kropp.

11:00 Uhr Gottesdienst auf der Salem-Festwiese (findet bei schlechtem Wetter im Zelt statt)

12:00 Uhr Öffnung des Verkaufs- und Verköstigungsstände

14:00 Uhr Kuchen und Kaffee bei Musikprogramm auf der Bühne und im Festzelt, viele runde Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene auf dem Festplatz, sowie eine Runde mit der Pferdekutsche und vieles mehr!

Seien Sie herzlich willkommen und lassen Sie sich überraschen – es geht rund!

Das Neubauprojekt der Hesterberg & Stadtfeld gGmbH ist abgeschlossen

Einweihungsfeier im Neufelder Weg 8 in Schleswig: Auf dem Gelände der Hesterberg und Stadtfeld gGmbH ist ein Neubau für 24 Menschen mit geistiger Behinderung entstanden.

Schleswig – Nach insgesamt 10-monatiger Bauzeit kann die Fertigstellung des Neubaus im Neufelder Weg 8 gefeiert werden. Dazu hat die Hesterberg und Stadtfeld gGmbH, eine Tochtergesellschaft der Stiftung Diakoniewerk Kropp eingeladen und das Konzept präsentiert.

Bei dem Haus handelt es sich um eine geschlossene, vollstationäre Wohneinrichtung für Menschen mit einer geistigen Behinderung und herausforderndem Verhalten.
„Die Menschen die hier leben, brauchen ein geschütztes Setting,“ sagte Piet Lassen, Geschäftsführer der Hesterberg & Stadtfeld gGmbH. „Aufgrund der besonderen Herausforderungen, die sich aus den außerordentlichen Ausprägungen der Behinderungen ergeben, bedarf es ein hohes Maß an Unter-stützung und Begleitung und einer Infrastruktur, die mit diesem Konzept gegeben ist “, erklärte er wei-ter.

Mit knapp 3 Millionen Euro Baukosten ist das ebenerdige Gebäude als Ersatzbau für das bisher ge-nutzte Quartier im Neufelder Weg 4 entstanden. Und Ersatz musste her.
Die Bestandsimmobilie konnte den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Neben bauli-chen Mängeln und einem hohen Investitionsstau war besonders die Verteilung der dreiundzwanzig Bewohner auf zwei Etagen ungünstig. Der ebenerdige Neubau löst diese Situation und mehr. 24 Ein-zelzimmer mit eigenen Duschbädern sowie großzügige Förder- und Gemeinschaftsräume schaffen neue moderne Rahmenbedingungen für Bewohner und Mitarbeiter.

Auch ein neuer Name ist für das Wohnheim gefunden: „Haus David“. Jörn Engler, Theologischer Vor-stand der Kropper Diakonie, erläutert: „David, so erzählt die biblische Geschichte, hat mit seiner Mu-sik, die er auf der Harfe spielte, den zu schweren Aggressionsdurchbrüchen und auch Depressionen neigenden König Saul beruhigen können.“ Zudem habe er in der berühmten Geschichte von „David und Goliath“ als Hirtenjunge ohne Rüstung und schwere Waffen dem scheinbar übermächtigen Krie-ger widerstanden. „Hier“, so Engler, „ist für mich die Botschaft: du kannst mit Geschick und Mut über-winden, was bedrohlich groß, übermächtig und aggressiv daherkommt.“ Darüber hinaus sei David durchaus nicht nur eine Lichtgestalt, sondern eine durchaus ambivalente Persönlichkeit und insofern auch hierin eine realitätsnahe Person. Insofern weise schon der Name des Hauses auf inhaltliche Aspekte des diakonischen Angebots hin.

Im ersten Quartal des Jahres steht der Umzug an, dann werden 23 Bewohner in ein neues Zuhause ziehen.

Pressekontakt:Stiftung Diakoniewerk Kropp
Herrn Christian Nickelsen
Johannesallee 9, 24848 Kropp
Telefon + 49 4624 801-803
Telefax + 49 4624 801-100
E-Mail c.nickelsen@diakonie-kropp.de

Wir machen Musik…

Die positive Wirkung von Musik auf Körper, Seele und Geist ist durch zahlreiche Untersuchungen belegt und entsprechend auch fester Bestandteil vieler Therapien. Als vielseitige Kraftquelle und universelles Ausdrucksmittel für Kreativität führt sie darüber hinaus Menschen zusammen – auch ohne Worte. Mit anderen Worten: Musik ist phänomenal und macht zudem auch noch Spaß.

So entsteht ein Wir-Gefühl – ganz spielerisch

Dass in diesem Sinne das Musikmachen auch in der Stiftung Diakoniewerk Kropp ausgesprochen gut funktioniert, zeigen die für alle offenen Projekte Trommelgruppe und Chor im Haus Bethel in Kropp. Menschen, die in Einrichtungen des Unternehmensverbundes der Stiftung Diakoniewerk Kropp leben oder arbeiten und Menschen aus dem Umland treffen sich seit mehr als sieben Jahren und sorgen für Unterhaltung und Freude bei ihren Auftritten in und um Kropp. Und das nicht nur als Musizierende, sondern ebenso als musikalische Botschafter für Inklusion und diakonische Arbeit. Ein starkes und deshalb wertvolles „Wir-Gefühl“ prägt dabei den Zusammenhalt und das gemeinsame Musizieren.

Diese positiven Aspekte waren dann auch die Initialzündung für das sogenannte „Bandprojekt“ im Haus Bethel. Das Ziel ist, die musikalischen Potentiale und Talente von Bewohnern und Mitarbeitenden zu entdecken und zu fördern, um auf diesem Wege das gemeinschaftliche Gefühl zusätzlich zu stärken.

Musik ist pure Lebensfreude

Seit Februar 2017 treffen sich freitags von 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr die Bandmitglieder – Bewohner und Mitarbeiter – im Haus Bethel. Ob mit Vorerfahrung oder besonders talentiert, ob Popfan oder Rockmusikliebhaber, ob ruhig, gefühlvoll oder nach vorne losgerockt: Hier fließen die musikalischen Fähigkeiten und Vorlieben zusammen und ergeben etwas gemeinsames Neues.

Nach einer anfänglichen Kennenlernphase arbeitet die Gruppe nun schon seit längerem am Aufbau eines Liederrepertoires. Songs von Xavier Naidoo, John Denver, Adele, Bob Dylan, The Mamas & The Papas und Sportfreunde Stiller stehen bereits auf der „Playlist“, weitere sollen folgen. Gespielt wird alles, was gefällt. Und so wird eifrig probiert und geübt. Dabei gilt es, durchaus die eine oder andere Hürde zu meistern und Scheu zu überwinden. Denn natürlich ist es für manche anfangs ungewohnt, mit anderen Musikern zusammenzuspielen oder erstmals zum Mikrofon zu greifen. Ganz zu schweigen, was es bedeutet, sich auf einen Auftritt vor Publikum vorzubereiten und diesen letztlich auch zu bewältigen.

Ansprechpartner Thomas Johannsen

Organisatorisch und für das Coaching verantwortlich ist Krankenpfleger und Musiktherapeut Thomas Johannsen, der das Projekt begleitet und betreut. Dabei ist es nicht immer einfach, alle Leute terminlich unter einen Hut zu bekommen. Schließlich hat jeder die eigene Wochenplanung zu berücksichtigen. Doch für das Bandprojekt macht man gern ein paar Kompromisse, weil es einfach richtig viel Spaß macht, meinen die Bandmitglieder.

Sie sind Bewohner oder Mitarbeitender und haben Lust mitzumachen? Bei Interesse und für weitere Informationen nutzen Sie den Kontakt:
t.johannsen@diakonie-kropp.de

Hier hat jeder eine Stimme

Menschen mit Behinderungen sollen dieselben Rechte haben wie alle anderen Menschen auch. Das ist der Kern der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006. Deutschland hat dieses Vertragswerk 2009 ratifiziert. Im Alltag umgesetzt ist es jedoch noch lange nicht. Das sagt zumindest Ralf Christiansen, Bereichsleiter bei der Hesterberg & Stadtfeld gGmbH, dem größten Betreiber von Behindertenwohnheimen in Schleswig. Um daran etwas zu ändern, haben er und seine Kollegen nun einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention erarbeitet. Das haben sie gemeinsam mit den Bewohnern getan – und dies war schon der erste Schritt hin zur Umsetzung. Den Bewohnern die Möglichkeit zu geben, mitzureden und mitzubestimmen, wo immer ihre Belange betroffen sind, das ist der Kern des Aktionsplans. Da geht es um die Freizeitgestaltung ebenso wie um die Einrichtung der Wohnheime und die Wahl des Arbeitsplatzes.

„Dieses Zimmer möchte ich!“

Der Aktionsplan versammelt eine Reihe von Maßnahmen, die in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden sollen. „Wir wissen, dass es ein weiter Weg ist“, sagt Jörn Engler, Theologischer Vorstand der Stiftung Diakoniewerk Kropp, zu dem die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH gehört. „Wir wollen uns nicht verstolpern, deshalb haben wir die Umsetzung zeitlich abgestuft.“ In vielen Alltagssituationen sei es zwar schon seit vielen Jahren selbstverständlich, die Bewohner in Entscheidungen einzubinden.

Manche Punkte des Aktionsplans seien aber auch echtes Neuland. So soll neuen Bewohnern künftig nicht einfach ein Zimmer zugewiesen werden, sondern sie werden sich selbst verschiedene Wohnheime ansehen können, um dann zu entscheiden, wo sie einziehen möchten. „Es gibt auch Menschen, die hier schon sehr lange leben und die es nicht gewohnt sind, dass man sie fragt. Die müssen lernen, dass sie wirklich ernst genommen werden“, sagt Engler. Auch die Mitarbeiter müssten in Teilen ihr eigenes Selbstverständnis überdenken. „Sie entscheiden nicht für, sondern mit der Gruppe.“

Fachchinesisch? Nein, danke!

Neu wird auch sein, dass die Bewohner in jedem einzelnen Haus einen Beirat wählen, der ihre Interessen vertritt. So- weit erforderlich, sollen den Beiräten Assistenten zur Seite stehen. Schon die Arbeit am Aktionsplan war eine Umstellung. Die Bewohner sollten stets gut verstehen können, worüber geredet wird. Die Experten mussten auf ihren Arbeitsgruppensitzungen also ohne ihre gewohnten Fachbegriffe diskutieren.

Der Aktionsplan liegt nun in zwei Varianten vor – einmal in Expertendeutsch und einmal in einfacher Sprache. Eine Gruppe von Bewohnern um Jens-Peter Schau hat den Aktionsplan auf dem Sommerfest der Hesterberg & Stadtfeld vorgestellt.

Für das Diakoniewerk ist dies ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Weitere Schritte werden möglicherweise folgen. Gut möglich, dass demnächst auch ein Aktionsplan für die Häuser am Hauptsitz der Stiftung in Kropp entwickelt wird.

HESTERBERG & STADTFELD

Die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH ist entstanden, als Anfang 2011 das Diakoniewerk Kropp gemeinsam mit der Hamburger Stiftung Alsterdorf die Behindertenwohnheime der Fachklinik auf dem Hesterberg und am Stadtfeld übernahm. Seit 2015 ist die Stiftung Diakoniewerk Kropp alleinige Eigentümerin der Hesterberg & Stadtfeld gGmbH. Das Unternehmen hat rund 280 Mitarbeiter, die 330 Bewohner in Schleswig und 30 Bewohner in Eckernförde betreuen. Die Schleswiger Wohnheime befinden sich überwiegend rund um das Gelände der Jugendpsychiatrie am Hesterberg sowie am Mühlenredder.

Ove Jensen, Schleswiger Nachrichten

Die Welt gegen mich (Teil 3)

Über die Funktion und Verknüpfung der einzelnen Hirn-Bausteine

Im 2. Teil der Reihe mussten wir bei den Bausteinen des Hirns, den biologischen Voraussetzungen, die wir in der Evolution „geerbt“ haben, enden, ohne uns deren Funktion und Verknüpfung näher anzusehen. Dies soll in diesem und letzten Teil der Reihe geschehen.

Kein Mensch kann die aus seiner Umwelt auf ihn einstürzende Menge an Information vollständig verarbeiten und richtig bewerten, deshalb muss die Informationsmenge reduziert werden. Sinnvollerweise müssen wichtige Informationen weitergegeben werden, unwichtige werden unterdrückt. Jeder kennt das Beispiel der Mutter, die vom Getöse auf der Straße gar nicht mehr aufwacht, aber vom geringsten Weinen ihres Neugeborenen.

Emotionen haben Vorfahrt

Die in Abb. 1 violett dargestellten Basalganglien (das sind Kernbereiche unterhalb der Großhirnrinde) besitzen diese Filterfunktion. über sie gelangen die (wichtigen) Informationen aus der Umwelt ① zum Gehirn. Dieser Prozess wird auch als „Gating“ (vom englischen gate = Tor) bezeichnet. (Ausgenommen von dieser Filterung ist übrigens der Geruchssinn, die ungefiltert in das limbische System gelangt und unsere Emotionen unbemerkt massiv beeinflusst.) Insbesondere werden die Umweltinformationen emotional bewertet, denn was uns emotional berührt, wird bevorzugt durchgelassen. Jeder kennt den Trick aus der Werbung: Kinder, Tiere und viel nackte Haut gehen immer…

Abb. 1 (Quelle: Wikimedia commons)

Das funktioniert auch andersherum: Handlungsentscheidungen und -ausführungen müssen nicht bis zur Großhirnrinde „durchgereicht“ werden, wenn es dringlich ist. Man stelle sich vor, wir müssten immer erst länglich nachdenken, bevor wir die Hand vom heißen Ofen wegziehen. Begehren, Flucht- und Schreckreaktionen werden bereits hier entschieden, bevor höhere Zentren Kenntnis erhalten, ebenso, welche Eindrücke und Handlungen wir für begehrenswert halten. Das sogenannte „Belohnungssystem“ erzeugt dann Wohlbefinden und Glücksgefühle, wenn wir diesen Eindrücken und Handlungen nachgegangen sind.

Begierde vs. Konvention

Allerdings bedarf es der inneren Kontrolle dieser Handlungen und Begierden, da sie oftmals sozial in der heutigen Gesellschaft nicht erwünscht sind. Man darf eben nicht ohne Bezahlung bei EDEKA etwas mitnehmen, nicht spontan den Nachbarn hauen, wenn man ihn nicht mag und er trotzdem ungerufen aufs Grundstück kommt. Das ist die biologische Grundlage von Sigmund Freuds Kampf zwischen Es und über-Ich. Genau diese Selbstkontrolle wird durch eine Neuerwerbung der Evolution, den sogenannten frontobasalen Neocortex geregelt (Abb. 1, ③).

Die Verbindungen sind in Abb. 2 noch einmal im Detail dargestellt, insbesondere vom Dopamin-System (blau) über den Nucleus accumbens zum Serotonin-System (rot), das für Stimmung und bewusste Glücksgefühle zuständig ist.
small>Abb. 2 (Quelle: Wikimedia commons)

Wenn die archaischen Muster wieder erwachen

Was passiert nun, wenn diese „Neuerwerbung“ und ihre Verbindung zur Zentrale nicht mehr so funktionieren wie von der Natur gewünscht? Ganz einfach: Die Einordnung und Bewertung von Erlebtem und Geplantem im bewussten und sozialen Kontext fallen weitgehend weg, die fest verdrahteten, uralten unbewussten Verhaltensweisen triumphieren, das Programm, das seit vielen tausend Jahren dort in Reserve liegt, gewinnt überhand, die entsprechenden Hirnteile des Mittelhirns fahren auf Hochtouren und erhöhen ihren Dopaminbestand. Und dieses kennt eigentlich nur wenige grundlegende Verhaltensweisen des überlebens: Angst als Selbstschutz mit den Folgehandlungen Weglaufen, Angriff zur Befreiung oder Totstellen.

Ebenso werden alle Wahrnehmungen aus der Umwelt nun unter diesen Gesichtspunkten interpretiert: Wenn es im Gebüsch raschelt, ist es bestimmt etwas/jemand, der hinter mir her ist. Wenn der Nachbar mich anstarrt, hat das bestimmt eine böse Bedeutung. Die Reaktionen kann man sich lebhaft selbst vorstellen, die Paranoia, der Verfolgungswahn ist geboren. Ähnlich entwickeln sich andere Wahnvorstellungen. Allen gemeinsam ist eben die unzureichende Interpretation des aktuell Erlebten im modernen Kontext und damit die überwiegende Interpretation der Umwelt in einem archaischen, bedrohlichen Kontext.

Sozialer Rückzug fördert schizophrene Anlagen

Letztendlich beginnt also die Schizophrenie mit einem sozialen Rückzug aus dem Verständnis der Umwelt und der nötigen Interaktion mit dieser. Dieser antriebsarme Zustand des sozialen Rückzugs und des mangelnden Verständnisses für komplexe Zusammenhänge wird, wie in einem der vorigen Artikel beschrieben, Negativsymptomatik genannt. Sie stellt nach derzeitiger Auffassung die Primärsymptomatik der Schizophrenie dar, die zumeist unentdeckt oder vom Umfeld falsch oder nicht verstanden bleibt.

Damit gehört die Schizophrenie zu den Krankheiten, bei denen bestimmte Hirnteile ihre Funktion einbüßen. Ob dies ein ähnlich degenerativer Prozess wie zum Beispiel beim Alzheimer ist, kann derzeit noch nicht festgestellt werden. Entsprechende Gene sind nicht bekannt beziehungsweise deren Wechselwirkung derart komplex, dass es mit den heutigen Methoden (noch) nicht möglich ist, einen Zusammenhang herzustellen.

Kai Giermann


Zu Teil 1: Die Welt gegen mich
Zu Teil 2: Die Welt gegen mich

Die Welt gegen mich (Teil 2)


Nach den bedeutenden Fortschritten der Neurobiologie im 20. und 21. Jahrhundert sowie der Entdeckung der Erbsubstanz und den molekularbiologischen Entdeckungen der Informationsverarbeitung im Gehirn stehen nun die neurobiologisch-genetischen Hypothesen im Vordergrund.

Zur Entwicklung des menschlichen Gehirns

Wie bereits im ersten Teil erwähnt, erhöht sich mit der Verwandtschaftsnähe zu einem erwiesenermaßen schizophren Erkrankten das eigene Risiko für die Erkrankung von 1 – 2 % der Risikos der gesamten Bevölkerung auf 45 – 50 % für eineiige Zwillinge. Allerdings kommt nun noch ein nicht zu vernachlässigender Teil der eigenen Lebensgeschichte als Auslöser der manifesten Erkrankung hinzu. Es stellt sich also die Frage, welche Teile des Hirns wie betroffen sein mögen.

Die Anatomie des Gehirns

Hierzu ein kleiner „Ausflug“ in die Anatomie und Entwicklungsgeschichte des Großhirns. Einen Querschnitt des menschlichen Gehirns sehen wir in der unteren Hälfte der Abb. 1. (Human=Mensch)

Darüber ist im Vergleich das Gehirn eines Hais („Shark“) abgebildet, in welchem entsprechende Hirnareale identisch gefärbt sind. Der blau gefärbte Teil ist das, was uns Menschen eigentlich „ausmacht“, das Großhirn. Das ist derjenige Hirnteil, mit dem bewusste Entscheidungen getroffen werden, der uns die Einordnung und Kommunikation in einer menschlichen Gesellschaft ermöglicht. Insbesondere der Vergleich mit unseren „nächsten Verwandten“, den Schimpansen, bringt die Erkenntnis, dass der entwicklungsgeschichtlich jüngste Teil der unmittelbar vorne über Nase und Augen gelegene ist, im Bild genau über der Beschriftung „Human“.

Abb. 1 (Quelle: Wikimedia commons)

Tief verborgen: unser emotionales Gehirn

Das „alte Gehirn“ mit Instinkten, Emotionen und angeborenen Verhaltensweisen ist aber immer noch „darunter“, umhüllt von den Neuerwerbungen der Evolution. In Abb. 1 ist dies der gelb bis grün markierte Bereich. Die räumliche Anordnung in unserem Kopf sieht man gut in Abb. 2, dort ist unser „Emotionsgehirn“ violett dargestellt. Die hier zusammenwirkenden Hirnteile sind insgesamt als das Limbische System bekannt und regulieren die Gefühlswelt, unbewusstes Verhalten und – wen überrascht es – auch unsere Lernvorgänge. Auch vorgefasste Meinungen, allgemein als Vorurteile sind dort codiert, sogar ziemlich hartnäckig.
Abb. 2 (Quelle: Wikimedia commons)

Das große Problem der Evolution ist nun, wie kommen diese beiden zusammen, ohne sich ständig zu streiten? Was kann heute noch die Funktion dieses „Emotionsgehirns“ sein, wenn es doch so weit im Kopf verborgen ist und wir meinen, etwas „viel Besseres“, weil Verstandgesteuertes erworben zu haben? Was passiert, wenn sie sich eben nicht mehr verstehen?

Diese Fragen werden wir versuchen, im dritten Teil der Serie zu erläutern.
(Bildnachweise: Wikimedia commons, in der public domain)

Dr. Kai Giermann


Zu Teil 1: Die Welt gegen mich
Zu Teil 3: Die Welt gegen mich

Unter uns gesagt – Ausgabe Nr. 154

Kommunikation als Selbsterziehung: Das Lebenselixier für ein gutes Team

Sommerfest in Kropp: Zwischen den Meeren

Bewohner sollen mitreden: Aktionsplan Hesterberg & Stadtfeld


Die Stiftung Diakoniewerk Kropp wird unterstützt durch die

Bevor es eskaliert


Gemäß dem Leitbild von ProDeMa der Stiftung Diakoniewerk Kropp hat der betreute Mensch ein Recht auf geschultes Personal, das mit seinen unvermeidbaren Spannungs- und Erregungszuständen professionell umgehen kann. Gleichzeitig hat auf der anderen Seite der Mitarbeitende das Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz und auf Schulung im Umgang mit hoch angespannten Bewohnern / Patienten.

Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, eine dreitägige Basisschulung und jährlich ein Refresh zu besuchen; auf dieser Grundlage hat er die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Gruppen sind aus allen Fachbereichen und Professionen bunt gemischt. So trifft Erzieherin auf Verwaltung, Pastoren auf Raumpflege usw. Gerade diese Durchmischung macht es so spannend und lebhaft. Wir lernen uns und alle Fachbereiche anders kennen und respektieren. Und wir erhalten immer wieder die Rückmeldung, dass die Inhalte den Kollegen Sicherheit und Handlungskompetenz in der täglichen Arbeit geben.


Worum geht es uns?

„Eine Welt ohne Gewalt und Aggression wäre etwas Wunderbares!“

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der dieser Aussage nicht zustimmen würde und der nicht das Ziel hätte, mit anderen Menschen friedlich zusammenzuleben oder zusammenzuarbeiten. Doch jeder weiß, dass dies ein unerreichbarer Traum ist. Denn der Mensch reagiert auf eine Vielzahl von Ereignissen und Erlebnissen mit herausforderndem Verhalten aufgrund der Dynamik der zwischenmenschlichen Interaktion. Wir müssen also akzeptieren, dass es keine gewaltfreie Welt geben kann. Aber in der Art und Weise des miteinander Umgehens lassen sich Lösungsansätze finden, die ein gewaltfreieres Interagieren möglich machen, im privaten ebenso wie im beruflichen Alltag.

Mit dem Deeskalationsmanagement haben wir einen wertvollen Weg gefunden, mit herausforderndem Verhalten umzugehen. Der Weg besteht darin, offen und professionell die unvermeidlichen Anspannungen der Bewohner gemeinsam zu bewältigen. Ziel ist es, herausfordernde Verhaltensweisen, hohe Anspannungszustände und Eskalationen, wo immer sie auftauchen, zu verstehen, zu verändern und bestmöglich auch zu vermeiden bzw. zu minimieren. Bei all dem geht es uns darum, die Bewohner / Patienten in ihrer inneren Not zu begleiten. Und natürlich soll ProDeMa Sicherheit vermitteln und den Arbeitsschutz erhöhen.


Unsere dreitägigen Schulungen sind in 7 Stufen aufgebaut:

Deeskalationsstufe I
Verhinderung der Entstehung von Gewalt

Deeskalationsstufe II
Veränderung der Sichtweisen und Interpretationen herausfordernder Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe III
Verständnis der Ursachen und Beweggründe herausfordernder Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe IV
kommunikative Deeskalationstechniken / verbale und nonverbale Techniken

Deeskalationsstufe V
schonende Abwehr- und Fluchttechniken

Deeskalationsstufe VI
schonende Immobilisation und Fixierungstechniken

Deeskalationsstufe VII
kollegiale Ersthilfe nach Vorfällen, Ereignissen und Übergriffen


Die Schulungen beinhalten theoretischer Wissensvermittlung, Kleingruppenarbeit, Beispiele aus der Praxis, Situationstraining und schonende Flucht- und Abwehr-Techniken. Die Immobilisation und Fixierung schulen wir gesondert für die Mitarbeitenden der geschlossenen Bereiche im Fachkrankenhaus. Ziel ist, durch die verbale Kommunikation die Immobilisation und Fixierungen soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Durch die Implementierung dieses Deeskalationsmanagements hat sich in den letzten Jahren die Einstellung und Haltung gegenüber unseren Bewohnern / Patienten maßgeblich verändert. Der Anspruch, im Alltag achtsam und wertschätzend miteinander umzugehen, hat eine noch größere Bedeutung erfahren. Die Eskalationen sind gesunken, da alle Mitarbeitende auf kleinste Veränderungen in der Mimik, Gestik und Stimmungslage sofort reagieren und in den Kontakt mit Patienten / Bewohnern gehen.

Erfolge bei der Ersthilfe

Einen weiteren Erfolg erleben wir durch die Implementierung der kollegialen Ersthilfe nach Übergriffen/Vorfällen. Die Inhalte der kollegialen Ersthilfe schulen wir in allen Basisschulungen und auch in allen Refreshs. Durch die Vermittlung der Grundlagen hat sich die Wahrnehmung erneut verändert, und alle Mitarbeitenden wissen, welche Unterstützung sie anbieten können. Seitdem fragen die Teams in der Regel bereits bei kleinsten Auffälligkeiten nach dem Befinden und bieten gegebenenfalls Möglichkeiten der Unterstützung bzw. des Gesprächs an. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten, über Sitzungen bis zu Therapien bei Traumatherapeuten in einer unbürokratischen Art Hilfe zu leisten.

Für Mitarbeiter in der DSK und ehrenamtlich tätige Kollegen / Praktikanten gibt es übrigens weitere Schulungen in Kurzform.

Einige Rückmeldungen aus der Basisschulung:

„Ich bin in meiner Haltung zum Bewohner und zu den Wohnsituationen bestärkt worden, mit wenig Angstgefühl, aber Aufmerksamkeit in die Wohngruppen zu gehen.“
„Ich habe mitgenommen, mehr auf die Kommunikation zu achten, besser zuzuhören und auf das Gesprochene einzugehen und zurückzuspiegeln.“
„Es wurde nochmals deutlich, wie wichtig das Hineinversetzen in die Situation bzw. in die innere Not des Bewohners ist.“
„Besonders anschaulich für mich waren die praxisnahen Beispiele und die Darstellung durch Rollenspiele.“
„Besonders hat mir die angenehme Lernatmosphäre während der drei Tage gefallen. Die Inhalte des Themas waren gut strukturiert und praxisnah doziert.“
„Hilfreich waren die zahlreichen Beispiele, die dazu anregen, das eigene Verhalten immer wieder zu betrachten und zu reflektieren.“

Die Welt gegen mich (Teil 1)


Die Theorien zur Entstehung dieser Erkrankung sind vielfältig und so alt wie die Erkrankung selbst. Je nach Modeströmung finden sich in allen Zeitaltern erneut Versuche, die Denkvorgänge von Schizophreniepatienten zu erklären.

Ein kurzer Abriss dieser Geschichte zeigt uns ganz grob die folgenden Theorien:

I. Der Mythos von der Besessenheit

In den alten Kulturen galt der schizophrene Mensch als besessen und von einer fremden Macht beherrscht. (Eine Definition übrigens, die im Hinblick auf den psychotischen Charakter der Schizophrenie durchaus in die richtige Richtung zielt.) Entsprechend wurden die Betroffenen auch „therapiert: Es gab Geisteraustreibungen, rituelle Operationen an den Schädelknochen und bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts auch in Deutschland den Exorzismus. Das letzte und wohl prominenteste Opfer dieser „Behandlung“ war die sicherlich an einer Epilepsiepsychose erkrankte Anneliese Michel aus Klingenberg am Main, die am 1. Juli 1976 im Alter von 23 Jahren an den Folgen des offiziell letzten in Deutschland durchgeführten Exorzismus starb.

Insbesondere unter sogenannten Naturvölkern besaßen und besitzen an Schizophrenie Erkrankte hingegen einen durchaus angesehenen Status. Oft werden ihnen dort seherische Fähigkeiten zugesprochen . Auch ihre andersartigen Einsichten genießen in diesen Kulturen nicht selten Respekt.

II: Zwischen Feindseligkeit und Überfürsorge: die „schizophrenogene Mutter“

Nach den Anfängen der Psychoanalyse wurde auch das Krankheitsbild der Psychose enttabuisiert und wissenschaftlicher untersucht. So wurde beobachtet, dass in Familien mit psychosekranken Kindern eine besondere Art der emotionalen Kommunikation auftritt. Damit ist die als „High Expressed Emotions“ bezeichnete emotionale Spannung zwischen Familienmitgliedern gemeint, wobei vor allem die Mutter des schizophrenen Kindes eine tragende Rolle spielt.

High-Expressed-Emotions (HEE) bedeutet dabei ein Übermaß an Kritik und Feindseligkeit von seiten der Familienangehörigen gegenüber dem Patienten, zugleich aber auch eine überbordende und oftmals bedrückende Fürsorglichkeit. Insbesondere seien die Mütter aus diesen Familien besonders stressanfällig, anstrengend und aufreibend für die Patienten und das soziale Umfeld. Allerdings ist die Theorie, dass die Ursache für den Ausbruch einer Schizophrenie in solch einer Beziehung liegen könnte, ist längst widerlegt.

Auffällig ist jedoch, dass schizophrene Patienten aus sogenannten HEE-Familien eine Rückfallquote von 76% pro Jahr haben, das ist etwa das 1,5-fache der normalen Rückfallquote ohne Medikamenteneinnahme! Als Begründung kann man annehmen, dass die Abwehrstrategien der Patienten, die bei einer Schizophrenie ohnehin schon reduziert sind, durch HEE-Familien überstrapaziert werden.

Schizophrenie ist aber zuallererst eine Erkrankung der Kognition, insbesondere der sozialen Kognition (siehe Teil 2). Es kann also auch sein, dass das zur Schizophrenie neigende Kind dazu beiträgt, dass die soziale Interaktionsfähigkeit der Eltern durch den vorhandenen Gendefekt ebenfalls so gestört wird, dass diese nicht mehr in der Lage sind, genügend „Normalität“ im Umgang mit dem durch die Erkrankung belasteten Familienmitglied aufzubringen. Die Folge ist, dass sie selbst stressbedingte Störungen der Emotionalität aufweisen können.

Eine besondere Spielart dieser Theorie ist die „Schizophrenogene Mutter“, beschrieben als eine Person mit egozentrischem Wesen, die das Kind nach eigenen verschrobenen Ansichten prägt, ihm keine Eigenständigkeit und keine Freiheit gewährt, einen eklatanten Mangel an Herzlichkeit und Wärme verbreitet und eine pedantische äußerliche Betreuung (overprotective) praktiziert.

III. Wenn ja nicht mehr ja bedeutet: gestörte Kommunikation

Auch werden in einer gestörten Kommunikation oftmals wortlos emotionale Signale gesendet, die dem Sinn des gesprochenen Wortes entgegengesetzt sind. Der Kommunikationspartner kann diese „Botschaft mit doppeltem Boden“ nicht verstehen und befindet sich in einem psychischen Dilemma. Dieser Vorgang wird als „Teaching of Irrationality“ bezeichnet, eine schizophrene Ambivalenz der Eltern in der Kommunikation. Ein quasi latent schizophrenes Elternteil spricht zum Kind eine zweideutige Sprache, in der Ja nicht Ja und Nein nicht Nein bedeutet. Dadurch ist die Entwicklung zu einer eindeutigen und natürlichen Kommunikation nicht mehr möglich. Schizophrenie wurde so auf eine Fehlentwicklung in der Kommunikation reduziert, was definitiv so nicht stimmt.

Nach dem Ende dieser Theorien hatten sich viele Elternteile, die sich für die Erkrankung ihrer Kinder schuldig gefühlt haben, nach Gesprächen mit den Therapeuten entlastet. Heute gehört die entlastende und coachende Arbeit mit den Bezugspersonen des Patienten zwingend zu den Bestandteilen einer korrekt durchgeführten Therapie der Schizophrenie.

von Dr. Kai Giermann

Nach der Einführung in das Krankheitsbild „Schizophrenie“ behandelt Dr. Kai Giermann im 2. Teil der Serie die Bausteine im menschlichen Hirn. Sehr zu empfehlen und überaus lehrreich!


Zu Teil 2: Die Welt gegen mich
Zu Teil 3: Die Welt gegen mich

Eine Frage auf Leben und Tod


Das Thema Sterbehilfe berührt und polarisiert gleichermaßen, und das aus gutem Grund: Denn es geht um nicht weniger als die Frage nach dem Wert des Lebens, aber auch um die Frage nach dem Leidensmaß, das ein Mensch im Angesicht einer unheilbaren Krankheit zu ertragen fähig ist.

Vor diesem Hintergrund hat die Diakonische Gemeinschaft im Jahr 2014 den Palliativmediziner Dr. Hermann Ewald, ärztlicher Leiter des Katharinen Hospiz am Park in Flensburg, zu einem Vortrag eingeladen.

Ewiges Leben oder sofortiger Tod?

Dr. Ewald begann seien Vortrag mit der Schilderung einer Unterrichtssituation im Theologiestudium. Ein Professor stellte seinen jungen Studierenden folgende Frage: „Wenn Sie sich jetzt entscheiden müssen, ob Sie ewig leben oder jetzt sofort sterben wollen, wie entscheiden Sie sich?“ Diese Frage gab er an die rund 60 im Haus Kana versammelten Menschen weiter – und löste damit sofort große Nachdenklichkeit aus. Wohl allen Anwesenden fiel es schwer, diese Frage für sich zu beantworten. Die ca. 20jährigen Studierenden übrigens taten sich mit der Antwort erstaunlicherweise leichter – und entschieden sich in der überwiegenden Mehrheit gegen das ewige Leben und für den sofortigen Tod.

In seiner allgemeinen Einführung klärte Dr. Ewald die Zuhörer über die Definition und die juristische Bewertung der verschiedenen zur Diskussion stehenden Methoden auf: „sterben lassen (passive Sterbehilfe – nicht strafbar, wenn medizinisch indiziert)“, dem Prinzip der Doppelwirkung (indirekte Sterbehilfe – nicht strafbar, wenn medizinisch korrekt durchgeführt), dem assistierten Suizid (nicht strafbar) und der Tötung auf Verlangen (aktive Sterbehilfe – strafbar). Danach beantwortete er in seinem Vortrag die Fragen der Anwesenden zum Thema und gab Gedankenanstöße.

Wichtig war es Dr. Ewald, dass all seine Erkenntnisse und Erfahrungen mit sterbenden Menschen aus seiner Arbeit mit krebskranken Menschen stammen. Er riet, Menschen, die sich zum Thema Sterbehilfe äußern, immer nach ihrem Erfahrungshintergrund zu befragen, da dieser entscheidend zur Meinungsbildung beitragen könne.

Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Sterben

Vor allem zwei große Ängste seien es auf der Palliativstation, die in Patienten den Wunsch nach Sterbehilfe entstehen ließen: zum einen die Angst, dass im Verlauf der Krankheit etwas Unaushaltbares geschehen könne und zum zweiten die Angst, nicht mehr selbst darüber bestimmen zu können, was mit ihm geschehe. Ernstgenommen zu werden und selbstbestimmt zu sein, das sei der größte Wunsch der Patienten und zugleich das, was eines der Hauptanliegen der palliativen Versorgung sei.

Als ein prägnantes Beispiel, das den meisten Anwesenden bekannt war, nannte Dr. Ewald den Fall, dass ein Patient mit Schmerzen zum Arzt kommt. Was tut der Arzt? Die Meinung der meisten Zuhörer war: er verschreibt ein Schmerzmittel. Anders der Palliativmediziner. Er stellt dem Patienten zunächst einmal – die übrigens ganz biblische – Frage: „Was soll ich für Sie tun?“ und vermittelt damit dem Patienten das Gefühl, dass seine Erfahrung eine Rolle spielt und es auf ihn ankommt – und das tut es. Das macht Palliativmedizin, wenn sie gut funktioniert, sagt Hermann Ewald. Gefragt nach der Zeit, die man für eine solche Art des Umgangs mit den Patienten benötige, antwortete Dr. Ewald: „Palliativmedizin lebt von der Zeit und dem Gespräch und den Menschen –nicht von der Technik.“ Die Grenzen der Palliativmedizin sieht Dr. Ewald im ambulanten Bereich: „Wir können alle Medizin nach Hause tragen, aber wir können nicht auffangen, wenn die Familie nicht mehr tragen kann.“

Eine Mahnung zum Schluss

Nachdenklich stimmte Dr. Ewalds Mahnung, sehr sorgfältig mit der Entscheidung für jedwede Art der gesetzlichen Regelung bezüglich Sterbehilfe umzugehen, denn: „Was wir heute noch kontrovers und intensiv diskutieren, worum wir uns angestrengt bemühen, das wird –einmal gesetzlich festgeschrieben und praktiziert – in zwei Generationen selbstverständlich sein. Dahinter gibt es kein zurück, und dann wird man über weitere Stufen diskutieren.

Hilfe für die Seele

Abseits vom Trubel des Alltags, zwischen Salem-Wiese und Johannesallee, liegt die Psychiatrische Tagesklinik Gibea. Hierher kommen überwiegend Menschen, die unter Depressionen oder Angsterkrankungen leiden. „Die Behandlung wird ambulant angeboten und ist auf die persönliche Situation jedes Einzelnen zugeschnitten“, erklärt der Psychologe Dr. Rudolf Prasser-Klaus.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel durch Überweisung durch den Haus- oder Facharzt. Gemeinsam mit dem Patienten und bei Bedarf mit dessen Angehörigen wird die Behandlung besprochen. „Wir bieten unseren Patienten umfangreiche Hilfen und eine feste Tagesstruktur an“, sagt Oberarzt Dr. Felix Walter. Es werden Einzelgespräche durch Fachärzte, Psychologen und Sozialpädagogen angeboten. Darüber hinaus gibt es Gruppengespräche und gemeinsame Aktivitäten.

Tägliches Kochen steht ebenso auf dem Plan wie Ergotherapie, Kunst- und Musikangebote. Medikation und Psychotherapie, Aktionen und Ruhe, gemeinsame Projekte und Besinnung auf sich selbst – es ist die Betrachtung des Menschen im Ganzen und seine persönliche Lebenssituation, die ihm Hilfe bringt. Um das Wohl der Patienten kümmern sich neben Dr. Walter und Dr. Prasser-Klaus die Fachärztin für Neurologie und Psychologie Dr. Monika Elsäßer, die Ergotherapeutin Lina Rohde, der Soziale Dienst mit Nina Knoch, die Krankenschwester Andrea Wegerhoff und der Krankenpfleger Axel Kuchendorf.

Für Hilfe und Fragen erreichen Sie die Tagesklinik Gibea unter der Rufnummer 04624-801150.

von Ute Reimers-Raetsch

Hören Sie auf meine Stimme

Sein Vortrag zum Thema „Stimmenhören“ im Januar 2013 (der Beitrag ist im Blog hinterlegt) ist bei den Zuhörern auf großes Interesse gestoßen. An dieser Stelle erzählt Joachim Schnackenberg, Co-Leiter des efc-Instituts, von seinem beruflichen Hintergrund.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

meine fachliche Ausbildung begann an der University of the West of England, wo ich Fachpflege für Psychiatrie studiert habe. Dieses Studium setzte ich später in Hannover fort. Ich habe insgesamt über 15 Jahre in England gelebt und dort in einer Reihe von stationären und ambulanten psychiatrischen Versorgungsdiensten gearbeitet. Außerdem habe ich vor ca. 8 ½ Jahren mit KollegInnen ein Fortbildungsinstitut zum Maastrichter Ansatz des Stimmenhören verstehen (auch bekannt als erfahrungsfokussierte Beratung) gegründet, das ifc-Institut.

Der von uns vertretene Ansatz ist in der internationalen StimmenhörerInnen- und Recoverybewegung verankert, der besagt, dass das Stimmenhören selbst kein Zeichen von Krankheit ist und dass ein eigenständigeres Leben (Recovery) auch für Menschen, die seit Jahren von psychiatrischen Diensten unterstützt werden, möglich sein kann. Ganz entscheidend ist dabei, die Stimmen im Lebenskontext jenseits von Krankheitsdefinitionen zu verstehen, und die Beziehung zu den Stimmen, zu sich selbst und zu seiner Umwelt positiv zu verändern.

Seit dem 8. Februar 2016 habe ich nun in der Stiftung Diakoniewerk Kropp die Leitung Stimmenhören und Recovery mit einer halben Stelle übernommen, um den begonnenen Veränderungsprozess in diesem Bereich noch weiter und stärker mit zu begleiten und zu ermöglichen. Dabei werde ich als Supervisor sowie in der gestaltenden Umsetzung dieses Prozesses nicht nur in der St. Ansgar, sondern auch in allen relevanten Bereichen des Diakoniewerkes zur Verfügung stehen.

Außerhalb meiner halben Stelle hier im Diakoniewerk werde ich weiterhin Fortbildungs-, Supervisions-, und Forschungstätigkeiten insbesondere zum Thema Stimmenhören im deutsch- und englischsprachigen Raum nachgehen.

Der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, nach so vielen Jahren aus England nach Deutschland zurückzukehren, liegt in erster Linie an der Vision und der Begeisterung, die ich hier vonseiten der Leitung und der Mitarbeitenden gespürt habe. Die Empathie und das starke Interesse an den KlientInnen und der Umsetzung des Ansatzes haben mir sehr angesprochen. Es ist klar, dass ich sicherlich einen solchen Veränderungsprozess nicht allein bestimmen oder gestalten kann. Doch gemeinsam im Team und auf der Grundlage der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, bin ich voller Hoffung, dass wir Fortschritte erzielen und die Betroffenen erfolgreich begleiten können.

Der Begleiter im Kopf


Im Januar 2013 hielt Joachim Schnackenberg, Sozialarbeiter aus London und Co-Leiter des efc Instituts (experience focussed counselling), mit seinen Kolleginnen Senait Debesay und Suzanne Engelen einen Vortrag über das Phänomen des Stimmenhörens. Er und sein Team berichteten im Austausch mit dem Publikum sehr anschaulich über verschiedene Arten akustischer und optischer Halluzinationen, die abhängig vom jeweiligen Kulturkreis eine unterschiedliche Akzeptanz erfahren.

Stimmenhören: Anomalie oder kulturell gewachsen?

Wenn von Stimmenhören die Rede ist, fällt das Urteil der Mitmenschen hierzulande relativ einhellig aus: Da ist jemand „krank im Kopf“ und sollte sich von Arzt behandeln lassen. In anderen Kulturen oder auch in früherer Zeit bei uns in Mitteleuropa galt das Stimmenhören dagegen als eine Kommunikationsform, etwa mit den Göttern oder auch mit dem alttestamentarischen Gott der Bibel. Mit anderen Worten: Die Entscheidung, ob Stimmenhören als behandlungsbedürftig eingestuft und dann meist mit Medikamenten behandelt wird, hängt laut Schnackenberg auch von dem kulturellen Umfeld ab.

Die Zuhörer berichteten aus ihrer Erfahrung, dass durchaus nicht alle „Stimmenhörer“ unbedingt behandelt werden oder behandelt werden wollen. Im ländlichen Umfeld gibt es außerdem Beispiele von Menschen, die als Einsiedler mit ihrer Psychose problemlos lebten. Auch in eher familiär geprägten Kulturen, wie der türkischen etwa, werden „Stimmenhörer“ oder an einer Psychose leidende Familienmitglieder selten medikamentös behandelt, sondern vielmehr von ihren Angehörigen begleitet.

Nach einer Übung, in der die Zuhörer einmal die Erfahrung machen konnten, dass mehrere Stimmen auf sie einredeten (was der Erfahrungswelt im Alltag ja entspricht), erzählte Herr Schnackenberg von Einzelfällen mit therapeutischem Erfolg. Hier führte das Ansprechen des Traumas, das der Einzelne durchlebt hatte, mithilfe der efc Methode dazu, dass der Betroffene sich durch die Stimmen nicht mehr so bedrängt fühlte. In vielen Fällen verabschiedeten sie sich auch ganz.

Die Art der Behandlung entscheidet der Einzelfall

Den Stimmen keine Macht zusprechen, sie als Teil der Persönlichkeit annehmen, ihre Funktion im Leben verstehen lernen, in vertrauensvollen Gesprächen mit einer Bezugsperson traumatische Erfahrungen verarbeiten: das ist Inhalt der beraterischen und therapeutischen Arbeit mit Stimmenhörenden, die Joachim Schnackenberg vertritt. Dabei war es ihm wichtig zu unterstreichen, dass seine Methode nicht als eine strikte Ablehnung von Medikamenten verstanden werden soll. Natürlich kann vielen Menschen durch Medikamente umfassend oder zumindest teilweise bei dem Versuch geholfen werden, mit der Erfahrung des Stimmenhörens besser zurechtzukommen. Der Ansatz des efc-Instituts ruft also nicht dazu auf, Medikamente einfach abzusetzen.

Gleichzeitig wies Joachim Schnackenberg darauf hin, dass viele Stimmenhörenden ihre Stimmen als Teil ihrer Persönlichkeit verstehen und als Ratgeber schätzen und nicht missen mögen. Diese Selbsteinschätzung sollte von den Mitmenschen akzeptiert und respektiert werden.

„So will ich leben!“

Die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH stellt am 05. Juli in der „Alten Gärtnerei“, Hesterberg 61 in Schleswig ihren neuen Aktionsplan vor, mit dem ein weiterer Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts-Konvention auf den Weg gebracht wird. Beginn der Veranstaltung: 10 Uhr.

2006 haben die Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung verabschiedet, und im März 2009 ist diese Konvention auch in Deutschland in Kraft getreten. Zentrales Anliegen dieses Dokuments ist die verbindliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allen gesellschaftlichen Prozessen. In Deutschland wurden nach und nach Aktionspläne zur Durchsetzung der festgeschriebenen Ziele formuliert, nicht nur auf Länderebene, sondern auch innerhalb einzelner Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen.

Die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH, die seit ihrer Gründung im Jahre 2011 mit zahlreichen Wohnangeboten, Beschäftigungsprogrammen und Projekten die Teilhabe von Menschen mit Behinderung unterstützt und voranbringt, stellt Ihnen jetzt ihren neuen Aktionsplan vor.

Inklusion: Leben in einer offenen Gesellschaft

Die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH mit Standorten in Schleswig und Eckernförde unterstützt und begleitet derzeit rund 360 Menschen mit seelischen, geistigen und / oder Mehrfachbehinderungen sowie Menschen mit Suchterkrankungen. Hierzu bieten wir verschiedene Betreuungsmöglichkeiten an, die von ambulanter Betreuung bis zu vollstationärem Wohnen mit integrierter Förderung und Beschäftigungs- und Tagesförderstätten reichen.

Bereits die Bandbreite an Behinderungsformen sowie unser entsprechend differenziertes Betreuungsangebot machen deutlich, dass es die Menschen mit Behinderung nicht gibt; vielmehr verdeckt dieser Terminus sehr oft den Anspruch auf Individualität, der für Menschen ohne Handicap als selbstverständlich erachtet wird.

Seit Bestehen unseres Unternehmens arbeiten wir daran, diese „Schubladen“ aufzubrechen und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben zu fördern, ungeachtet der begleitenden Assistenz, die wir als betreuendes Unternehmen anbieten und leisten. Das hierbei für uns bestimmende Leitmotiv heißt Inklusion: Nicht der Einzelne muss sich der Allgemeinheit (Mehrheit) anpassen, sondern die Gesellschaft muss sich gegenüber dem Einzelnen öffnen und ihn mit seinen Bedarfen und Bedürfnissen ernst nehmen. „Nicht ohne uns über uns“ fasst die UN-Konvention diesen Auftrag sinnvoll zusammen. Natürlich lässt sich dieses Ziel nicht „über Nacht“ einlösen, Inklusion beschreibt einen kontinuierlichen Prozess, der auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden muss und viele Lebensbereiche berührt.

Mit dem neuen Aktionsplan werden wir diesen Prozess in unseren Einrichtungen systematisch und verbindlich verstetigen.

Unser Aktionsplan: „So will ich leben!“

Was wurde bislang erreicht? Wo stehen wir heute? Und wie kann die Teilhabe der Menschen mit Behinderung, die in der Hesterberg&Stadtfeld leben, unterstützt werden und Beschäftigung finden, im Sinne der UN-Konvention weiter verbessert werden? Auf Grundlage dieser Fragen haben Bewohner und Mitarbeitende der Hesterberg & Stadtfeld unter Einbeziehung des Kreises Schleswig-Flensburg, der Stadt Schleswig und befreundeter Organisationen einen neuen Aktionsplan beschlossen.

Ein Workshop unter dem Motto „So will ich wohnen“ machte im März 2016 den Auftakt. Diskutiert wurde die Frage, wie die Bewohner größtmöglich von den Förderangeboten profitieren können und was einer weiteren Verbesserung bedarf. Im Zuge dieser Gespräche wurde das Motto umformuliert in “So will ich leben!“, da alle Beteiligten zu dem Schluss kamen, dass nicht nur das Wohnen, sondern weitere relevante Lebensbereiche im Aktionsplan berücksichtigt werden müssen.

Schließlich wurden in weiteren Workshops insgesamt 12 Ziele herausgearbeitet, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in verschiedenen Lebensbereichen und Lebenswelten verbindlich und systematisch sicherstellen sollen. Der Plan ist fertig und die ersten Gruppen haben ihre Arbeit aufgenommen.

Die Bereiche, für die Ziele gesetzt und Vereinbarung zu konkreten Maßnahmen getroffen wurden, lauten:

So will ich mitreden!
So will ich wohnen!
So will ich meine Freizeit verbringen!
So will ich arbeiten!

Zur Erreichung der einzelnen Ziele hat die Hesterberg & Stadtfeld verschiedene Maßnahmen definiert und für jede Maßnahme einen Zeitraum für den Umsetzungsbeginn festgelegt.

Wir freuen uns, Ihnen den Aktionsplan „So will ich leben!“ nun eingehend vorstellen zu können.

Wi snackt ok platt!

Die St. Christian Diakonie Eiderstedt gGmbH veranstaltet zwei Informationsnachmittage zum diesem Thema. Interessierte und in Pflege- u. Betreuungsberufen Tätige sind herzlich zu diesem kostenfreien Angebot eingeladen.

Referent u. Moderation:
Dirk Römmer, Pastor em.

Termine:
Montag, 7. August und Dienstag, 19. September 2017
jeweils um 13:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Paul-Gerhardt-Haus · Eiderstedter Str. 8 · 25832 Tönning

Anmeldungen bitte unter:

Telefon 04861/96224-0

Neue Räumlichkeiten für die Diakonie Sozialstation

Stellvertretend für das 26-köpfige „Team Friedrichsberg“ haben sich (hinten v.l.) Jana Henczynski, Gitta Winter, Wiltrud Linowski, Vanessa Will und Marc Winkler sowie (unten v.l.) Christin Schenkel und Angelika Panitz am neuen Standort zum Foto versammelt

Neue Räumlichkeiten für die Diakonie Sozialstation
Der Ambulante Pflegedienst Sankt Elisabeth hat drei Standorte; bei zweien gab es kürzlich Veränderungen.

Der Haupt-Standort befindet sich weiterhin in der Königstraße 1a in Schleswig. Von hier aus werden alle Pflegekunden in der Stadt und den umliegenden Dörfern Arenholz, Berend, Neuberend, Idstedt und Lürschau angefahren. Auch befindet sich hier unsere Verwaltungszentrale, in der alle Anrufe eingehen, die dann entsprechend der Zuständigkeiten weitergeleitet werden.
Der zweite Standort ist Schuby. Dieser wird zum Ende dieses Jahres in die beiden Pflegeteams Stadt Schleswig und Friedrichsberg aufgeteilt, da die Kirchengemeinde Schuby die Räumlichkeiten zum Ende des Jahres
aufgekündigt hat.

Ganz „Öhr“…
Der dritte Standort „Nachbarschaftliches Wohnen“ war im Friedrichsberg, Husumer Baum 61. Nachdem die Handwerker eine Wohnung im Pflegeheim „Zum Öhr“ saniert und renoviert haben, sind wir Anfang September 2016 dort eingezogen. Unsere Station befindet sich nun im Erdgeschoss/Nebeneingang zur Tagespflege „Zum Öhr“. Die gesamte Organisation liegt in der Verantwortung von Angelika Panitz, die die Stellvertretung für das Friedrichsberger Team der Ambulanten Pflege St. Elisabeth und die Leitung der Tagespflege St. Benedikt hat.

Mit neuem Schwung
Dank der guten Unterstützung der Handwerker und der tatkräftigen Hilfe unserer Kollegen verlief der Umzug reibungslos. Natürlich sind noch kleine Aufgaben, wie zum Beispiel die Beschilderung, zu erledigen, aber das „Schlimmste“ ist gewesen. Die Station hat zwei kleine, helle, freundliche Büros, eine Pantry Küche und ein kleines Bad mit Dusche und WC. Angelika Panitz ist für ihre Kollegen nun in ihrem Büro in der Tagespflege immer ansprechbar. Für Teamsitzungen und Feiern nutzen wir die Cafeteria „Zum Öhr“. Der Mittagstisch und der Spielenachmittag am Husumer Baum, „Nachbarschaftliches Wohnen“, findet weiter wie gewohnt statt.

Mehr Platz
Unsere vorherige Parkplatzproblematik hat sich nun sehr verbessert. Es sieht schon imposant aus, wenn nach Dienstschluss die Dienstwagen wie an einer Perlenkette aufgereiht nebeneinander auf dem großen Parkplatz gegenüber „Zum Öhr“ stehen. Die Kollegen beginnen ihren Dienst nun vom Öhr aus und versorgen die Pflegekunden im Friedrichsberg, in Busdorf, Fahrdorf, Hüsby, Schuby und Selk.

Nun endlich ist unser Konzept umgesetzt: „Alles aus einer Hand“, Kurzzeitpflege, Pflegeheim, Tagespflege, ambulanter Dienst.

Beate Stelzner
Verantwortliche Pflegedienstleitung für den Ambulanten Pflegedienst

Mein Jahr in Zoar: FSJ-lerin Cara Ströbel berichtet

v.l. Cara Ströbel und Inge Hinrichsen

Mein Jahr in Zoar
Im Jahr 2015 habe ich in Husum mein Abitur gemacht. Was ich im Anschluss daran gerne machen möchte, war für mich recht früh klar. Ich möchte Psychologin werden. Dies bedeutet fünf Jahre Studium und im Anschluss eine dreijährige Psychotherapeutenausbildung – also ein langer Weg…

Jedoch habe ich entschieden, nach dem Schulabschluss nicht direkt ins Studium zu starten, sondern zunächst etwas praktische Erfahrung sowie Einblicke in den psychischen/psychiatrischen Bereich zu sammeln. Da ich mich zudem gerne sozial engagieren wollte, habe ich die Entscheidung getroffen, mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zu starten und habe glücklicherweise beschlossen, dieses Jahr im Wohnheim Zoar I zu verbringen.

Aus dem Leben lernen
Im Wohnheimalltag habe ich die Mitarbeiter unterstützen können, für einen reibungslosen Tagesablauf zu sorgen: ob als zusätzliche Begleitung für Bewohnerinnen, beim Reagieren auf Klingelkonzerte an der Wohnheimtür, der Lebensmittelbestellung oder sonstigen anfallenden „Kleinigkeiten“. Außerdem habe ich den Bewohnerinnen zusätzliche Spiel- und Bastelangebote geboten. Im Rahmen dessen sind unter anderem ein Bewohneradventskalender, eine Weihnachtsbäckerei, diverse Schutzengel, Osterkörbchen und eine Freizeiterinnerung entstanden.

In dieser Zeit haben wir häufig und viel zusammen lachen können, doch auch ein weiteres, offenes Ohr für Gespräche konnte ich das ein oder andere Mal bieten. Ich habe in diesem Jahr sehr viel dazulernen dürfen: Neuaufnahmen, Entlassungen und auch Verlegungen waren dabei. Ich durfte anstrengende, aber vor allem auch viele schöne Momente miterleben. Als ganz besondere Erlebnisse wären zum Beispiel der Christkindlmarkt, die Weihnachtsfeier, das Sommerfest und die Campingfreizeit in Aschau zu nennen.

Vorbildlich fortgebildet
Sehr eindrucksvoll war für mich auch der Ansatz der Erfahrungsfokussierten Beratung (EfB) – Stimmenhören verstehen, denn ich durfte in dem Jahr miterleben, wie der besondere Umgang mit der Fähigkeit, Stimmen zu hören, die Beziehung des Stimmenhörers zu diesem Thema und damit auch zu seinem Umfeld positiv verändern kann. Einen ganz besonderen Eindruck hat bei mir auch das gesamte Zoar-Team hinterlassen. Das Arbeitsklima ist durch einen freundlichen, humorvollen, vertrauensvollen und freundschaftlichen, aber dennoch professionellen Umgang miteinander geprägt. Dank diesem wurde jeder Tag zu etwas Besonderem, und auch ich, als absoluter Neuling, habe selbst während Krisen keine „Angst“ verspüren müssen.

Darüber hinaus habe ich mich als FSJ-ler vom ersten Tag an vom Team angenommen und nicht als „Kaffeekocher“ abgestempelt gefühlt, was, wie Erfahrungen anderer FSJ-ler zeigen, bei Weitem nicht selbstverständlich ist! Zusätzliche Sicherheit konnte auch die Fortbildung in Professionellem Deeskalationsmanagement (ProDeMa), die auch ich zu Beginn des Jahres besuchen durfte, geben. Wie in den intensiven Fortbildungstagen angekündigt, konnten dank diesem Wissen einige aufkeimende Krisen vermieden werden, sodass die Wichtigkeit des vermittelten Inhalts sehr deutlich wurde.

Danke und auf Wiedersehen!
Für das Vertrauen, das mir sowohl die Bewohnerinnen als auch meine Kollegen entgegengebracht haben, bin ich sehr dankbar, denn nur dadurch war es mir möglich, so viele wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Zusammenfassend kann ich auf jeden Fall sagen, dass mein Freiwilliges Soziales Jahr in Zoar I die beste Entscheidung war. Ich habe sehr viel gelernt, werde diese Zeit, die Bewohnerinnen sowie das Team immer positiv in Erinnerung behalten und werde mich mit Sicherheit das ein oder andere Mal noch dort sehen lassen.
Zunächst heißt es jetzt jedoch für mich au revoir Germany, denn ich habe Mitte September mein Studium in Luxemburg begonnen. Trilingual.

Und vielleicht habe ich danach ja tatsächlich die Möglichkeit, nach Kropp zurückzukehren!? Hier noch ein ganz dickes Dankeschön an alle (inner- sowie außerhalb von Zoar), die diese Erfahrung ermöglicht haben!

Cara Ströbel

Weihnachtspunsch mit Tannenbaum

Nach der Premiere im Jahr 2014 war es wieder soweit: Am 3. Advent, den 11. Dezember, richtete die Stiftung Diakoniewerk Kropp zum zweiten Mal einen adventlichen Weihnachtsmarkt in Kropp aus, zu dem sie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Standorte Kropp, Schleswig und Eckernförde und deren Familien eingeladen hatte. Mit einem Gottesdienst in der Kapelle wurden die Besucher um 10 Uhr auf das Fest eingestimmt. Im Anschluss konnten bis zum Nachmittag mehr als 1.000 Gäste das reiche Angebot vor dem Haus Kana mit allen Sinnen genießen.

Und das schloss nicht nur Kulinarisches ein. Verschiedene Handwerksstände mit ausgesuchten Produkten bereicherten das Markttreiben ebenso wie Bewohner der Einrichtung selbst, die Handarbeiten wie zum Beispiel eine große Vielfalt an Wachskerzen zum Verkauf anboten. Für noch mehr vorweihnachtliche Atmosphäre – nicht nur unter den jüngsten Besuchern – sorgten Weihnachtsmann und Zauberer, ein Bläserensemble und Kutschfahrten über das Gelände der Diakonie Kropp.

Der Gastgeber hatte sich auch eine Überraschung einfallen lassen: Jeder Mitarbeiter konnte sich einen Weihnachtsbaum aussuchen und mit nach Hause nehmen. So wurde die Veranstaltung zu einem gelungenen Auftakt für die bevorstehenden Festtage.

Wir bedanken uns herzlich für die rege Teilnahme und wünschen allen Besuchern eine besinnliche Adventszeit.

Da ließ sich der Weihnachtsmann nicht zweimal bitten!
Weihnachtliche Klänge sorgten für eine tolle Atmosphäre.
Die zahlreichen Besucher brachten viel gute Laune mit.
Beim Kinderschminken herrschte buntes Treiben...

Pastor Johannes Paulsen: Gründer der Kropper Diakonie starb vor 100 Jahren

Kropp, September 2016 – Zum 100. Male jährt sich der Todestag des Gründers der Kropper Diakonie. 1879 legte Pastor Johannes Paulsen das Fundament für die diakonische Arbeit in Kropp, die schnell und wirksam erblühte. 37 Jahre später, am 27. Juli 1916, starb er im Alter von 69 Jahren und fand auf dem Kropper Dorffriedhof seine letzte Ruhestätte.

Die Stiftung Diakoniewerk Kropp nimmt die Erinnerung an ihren tatkräftigen Initiator zum Anlass, das Wirken Johannes Paulsens zu würdigen. Am Mittwoch, dem 7. September 2016, wird sich im Veranstaltungshaus Kana an der Kropper Süderstraße/Johannesallee ab 18:30 Uhr ein Vortragsabend mit hochkarätigen Referenten an die interessierte Öffentlichkeit wenden.

Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard wird den Abend eröffnen. Joachim Wietzke, Direktor i.R. des ehemaligen Nordelbischen Missionszentrums in Breklum, ein ausgewiesener Kenner der Materie, wird in einem Vortrag über „Johannes Paulsen und Christian Jensen – zwei markante Charaktere der Schleswig-Holsteinischen Kirche in der Kaiserzeit“ in die spannungsreiche Beziehung zwischen den beiden außerordentlich selbstbewussten Breklumer bzw. Kropper Leitungspersönlichkeiten einführen.
Dr. Norbert Friedrich von der Kaiserswerther Fliedner-Kulturstiftung wirft unter dem Titel „Scheitern nicht ausgeschlossen! Johannes Paulsen und die Kropper Anstalten. Überlegungen zum Umgang mit Krisen und Fehlern in der Diakonie“ einen Blick auf die stets aktuellen Erfahrungen von Chance und Risiko und fragt nach möglichen Lehren, die wir aus den Erfahrungen unserer Vorgänger ziehen können.
Nach den beiden circa 30-minütigen Impulsen und einem Imbiss wird Gelegenheit zu Gespräch und Diskussion sein. Der Theologische Vorstand, Pastor Jörn Engler, freut sich auf ein bunt gemischtes Auditorium aus Nachbarn und Freunden des Diakoniewerks, auf aktive und ehemalige Mitarbeitende sowie aus dem fachlichen Umfeld der Kropper Diakonie.

Am Tag danach, am 8. September, wird Pastor Jörn Engler im Rahmen eines „Offenen Abends der Diakonischen Gemeinschaft“ mit Geschichten und Anekdoten aus dem Leben Johannes Paulsens dessen prägnante, humorvolle und zugleich ausgeprägt konfliktbereite Persönlichkeit vorstellen. Beginn wird ebenfalls um 18:30 Uhr – zunächst in der Kapelle Johannesallee, danach im Haus Kana – sein. Auch zu dieser Begegnung mit dem Gründerpastor sind Gäste herzlich willkommen.

Wir bitten für beide Veranstaltungen um Anmeldung bis zum 02.09.2016 an Dörte Plähn- Reimer (Tel. 04624 – 801 824 oder per Mail d.plaehn-reimer@diakonie-kropp.de) oder Britta Heckenmüller (Tel. 04624 – 801 803 oder per Mail b.heckenmueller@diakonie-kropp.de).

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Johannes und Marie Paulsen

Diakoniewerk Kropp: 1000 Besucher beim „Fest der Kulturen“ Kropp

Menschen aus 39 Nationen leben in Kropp zusammen – Grund genug für das Diakoniewerk, sein diesjähriges Sommerfest unter dem Motto „Fest der Kulturen“ zu feiern. Und so gab es auf der Salem-Festwiese Gebäck aus China und Spanien, afrikanische Musik und EM-Luftballonhüte in Schwarz-Rot-Gold. Neben den Einrichtungen der Diakonie waren Kropper Vereine, Verbände und die Feuerwehr vertreten.

Über den Tag verteilt seien mehr als 1000 Besucher auf dem Sommerfest gewesen, schätzte Jörn Engler, der theologische Vorstand des Diakoniewerks. Darunter waren viele Familien, Menschen mit und ohne Behinderung oder Migrationshintergrund. Er sei zufrieden, zumal das regnerische Wetter „nicht jeden vor die Tür gelockt hat“. Nach dem Gottesdienst am Vormittag hatte er gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Ploog die Begrüßung übernommen.

Bei dieser Gelegenheit wurde der technische Leiter des Diakoniewerks, Jürgen Schröder, mit dem Kronenkreuz in Gold ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung, die die Diakonie in Deutschland vergebe, sei Ausdruck des Danks für seine bald 35-jährige Mitarbeit und sein Engagement für die Kultur, betonte Engler.

Am Nachmittag öffneten die vielen Stände, die von den Bewohnern des Werks hergestellte Produkte wie Kerzen und Taschen ebenso anboten wie Informationen über die Situation in den Heimatländern der Flüchtlinge, die auch in Kropp ein neues Zuhause gefunden haben. „Es ist total schön hier“, meinte Besucherin Christina Kraft aus Wilster. Ihr Bruder lebt in einem Haus des Diakoniewerks und sie nutzte das Sommerfest für einen Besuch.

Besonders bei den Kindern beliebt waren Kutschfahrten, Ponyreiten, Schminken – und natürlich die bunten Tiere, Schwerter und Hüte aus Luftballons. Auch die beiden Siebenjährigen Amelie und Enni posierten stolz mit schwarz-rot-goldener Kopfbedeckung. Die Italienfarben wurden zwar auch angeboten, die Nachfrage hielt sich aber in Grenzen.

Mit chinesischen Glücksmünzen, Klangschalen aus Nepal und Schmuck aus Südamerika setzten die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Kulturcafé „Strandkorb“ das Motto des Tages perfekt um.
„Wir haben trotz des Regens Glück gehabt. Ich habe den Eindruck, dass die Angebote gut angenommen werden“, sagte Bärbel Jöns, die in der Salem-Beschäftigungsgruppe arbeitet. An ihrem Stand bot sie selbst geschriebene Rezepte einer Bewohnerin sowie ein Gewinnspiel an, für das sich auch Ursula Tiemann interessierte. Das Sommerfest sei wichtig, betonte die Besucherin, „damit man das Werk als Begegnungsstätte wahrnimmt“.

kra | Schleswiger Nachrichten, 4. Juli 2016

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190 Senioren tauchten ein in die Welt der Operettenmelodien

Es war eine Premiere der etwas anderen Art gestern Nachmittag im Slesvighus. 190 Bewohner aus 13 Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Stadt und Kreis lauschten einem Mix aus Operetten- und Musicalmelodien – vorgetragen vom Ensemble des Landestheaters. Ein Programm, das bei den älteren Damen und Herren sichtlich gut ankam. Für die Organisatoren hingegen war der Nachmittag eine echte logistische Herausforderung: Denn 45 Zuschauer kamen im Rollstuhl, 65 hatten ihren Rollator dabei. Sie alle mussten mit Fahrdiensten zum Veranstaltungsort gebracht werden.

Initiiert wurde die Aktion von Thomas Zahrnt. Der Friedrichsberger war mehrere Jahre Vorsitzender des Fördervereins des Feierabendhauses in der Lutherstraße. In dieser Funktion hat er in dem Pflegeheim einen regelmäßigen Kultur-Tag etabliert. An einem Donnerstag im Monat gibt es ein Unterhaltungsprogramm, bei dem nicht selten Schauspieler des Landestheaters zu Gast sind. „Das hat man in anderen Heimen mitbekommen. Dort wollte man diese Aktionstage auch gerne einführen“, erzählte Zahrnt. Daraus sei dann die Idee entstanden, ein Kultur-Event für alle Einrichtungen gleichzeitig auf die Beine zu stellen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Landestheater-Intendant Peter Grisebach, einen Großteil der Finanzierung übernahm das Diakoniewerk Kropp, das auch mit mehreren Pflegeeinrichtungen vertreten war. „Wir müssen und wollen gerade den älteren Menschen Abwechslungen bieten. Ich erlebe immer wieder, wie nah ihnen insbesondere die Musik geht. Das hat man auch heute wieder gesehen“, zog Thomas Zahrnt eine positive Bilanz.

Für Landestheater-Chef Peter Grisebach, der durch den Nachmittag moderierten, gehören „Vorstellungen wie diese zu den schönsten überhaupt“, erklärte er. Denn Menschen, die wegen ihrer Pflegebedürftigkeit oftmals kaum eine Chance auf Theaterbesuche hätten, dieses Erlebnis zu ermöglichen, sei bewegend.

Vor einem eindrucksvollen Bühnenbild boten fünf Gesangssolisten und ein Pianist des Theater-Ensembles Lieder und Melodien dar, die die zum Mitsingen einluden – wie „Dein ist mein ganzes Herz“ oder „Dunkelrote Rosen“. Grisebach: „Wir führen damit unsere Besucher in eine Traumwelt.“ Mit großem Erfolg habe man kürzlich ebenfalls in Rendsburg vor 400 Senioren in die Opern- und Operettenwelt eingeführt, sagte Grisebach.

Ein Dankeschön an das Landestheater im Namen aller Senioreneinrichtungen richtete Jörn Engler, Vorstand der Stiftung Diakoniewerk Kropp, an Grisebach. Die Musik-Vorstellungen sprechen jedes Lebensalter an, meinte Engler.

Pressebericht aus den Schleswiger Nachrichten vom 22.03.2016 / wim

Was ist die Diakonie?

Vom Anfang bis zum Ende des Lebens ist die Diakonie für die Menschen da. Dies ist der rote Faden unseres aktuellen Videos über die soziale Arbeit der evangelischen Kirche – mit Beginn im Kreißsaal und Ende im Hospiz.

Das Video führt durch die verschiedenen Arbeitsfelder der Diakonie – von der Geburtshilfe über Jugendarbeit, Sozialberatung, Werkstätten bis zur Sterbebegleitung im Hospiz. Überall hier engagieren sich Menschen haupt- oder ehrenamtlich, insgesamt mehr als eine Million Menschen in bundesweit rund 30.000 Einrichtungen und Diensten.
Die verschiedenen Szenen zeigen die vielfältigen Arbeitsfelder der Diakonie und stammen überwiegend aus der Image-Kampagne “In der Nächsten Nähe”, für die Diakonie-Mitarbeitende an ihrem Arbeitsplatz fotografiert wurden. Ob im Krankenhaus, in der Beratungsstelle oder im Seniorenheim – es sind Situationen mitten aus dem Leben.

Diakonie will Menschen in ihrer ganz eigenen persönlichen Entwicklung stärken

Und so ist auch die Diakonie – wie Jesus – mitten im Leben und nah bei den Menschen, bringt es Diakonie-Präsident Ulrich Lilie auf den Punkt. Er hat für die Dreharbeiten den Jugendklub TUBE in Berlin-Lichtenberg besucht. Dort gibt ein umfunktionierter Straßentunnel den jungen Menschen Raum, sich auszuprobieren, wie die Jugendklub-Leiterin Bine Stiebel im Video erläutert, ergänzt von Leon, der dort regelmäßig ist und einiges für sich und seine ganz eigene persönliche Entwicklung gelernt hat.
Weiterer Drehort für den Film war das Diakonie-Hospiz Wannsee. Hier berichtet Irmgard Neese, wie sich ihre Sicht aufs Leben geändert hat, seitdem sie sich als Hospizhelferin freiwillig engagiert. Weitere Hospiz-Ehrenamtliche, die für das Video interviewt wurden, sind Elke Wyrowski und Martina Kuczmik, deren Beweggründe für ihr Ehrenamt in gesonderten Video-Clips anzuschauen sind. Mehr über die Menschen im Jugendklub TUBE ist in Kürze in einem Video nur über die TUBE zu erfahren.

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape
Kamera und Schnitt: Daniel Muff
Musik: Josh Woodward mit Let it in

Was ist die Diakonie?

Vom Anfang bis zum Ende des Lebens ist die Diakonie für die Menschen da. Dies ist der rote Faden unseres aktuellen Videos über die soziale Arbeit der evangelischen Kirche – mit Beginn im Kreißsaal und Ende im Hospiz.



Das Video führt durch die verschiedenen Arbeitsfelder der Diakonie – von der Geburtshilfe über Jugendarbeit, Sozialberatung, Werkstätten bis zur Sterbebegleitung im Hospiz. Überall hier engagieren sich Menschen haupt- oder ehrenamtlich, insgesamt mehr als eine Million Menschen in bundesweit rund 30.000 Einrichtungen und Diensten.

Die verschiedenen Szenen zeigen die vielfältigen Arbeitsfelder der Diakonie und stammen überwiegend aus der Image-Kampagne “In der Nächsten Nähe”, für die Diakonie-Mitarbeitende an ihrem Arbeitsplatz fotografiert wurden. Ob im Krankenhaus, in der Beratungsstelle oder im Seniorenheim – es sind Situationen mitten aus dem Leben.

Diakonie will Menschen in ihrer ganz eigenen persönlichen Entwicklung stärken

Und so ist auch die Diakonie – wie Jesus – mitten im Leben und nah bei den Menschen, bringt es Diakonie-Präsident Ulrich Lilie auf den Punkt. Er hat für die Dreharbeiten den Jugendklub TUBE in Berlin-Lichtenberg besucht. Dort gibt ein umfunktionierter Straßentunnel den jungen Menschen Raum, sich auszuprobieren, wie die Jugendklub-Leiterin Bine Stiebel im Video erläutert, ergänzt von Leon, der dort regelmäßig ist und einiges für sich und seine ganz eigene persönliche Entwicklung gelernt hat.

Weiterer Drehort für den Film war das Diakonie-Hospiz Wannsee. Hier berichtet Irmgard Neese, wie sich ihre Sicht aufs Leben geändert hat, seitdem sie sich als Hospizhelferin freiwillig engagiert. Weitere Hospiz-Ehrenamtliche, die für das Video interviewt wurden, sind Elke Wyrowski und Martina Kuczmik, deren Beweggründe für ihr Ehrenamt in gesonderten Video-Clips anzuschauen sind. Mehr über die Menschen im Jugendklub TUBE ist in Kürze in einem Video nur über die TUBE zu erfahren.

Redaktion: Diakonie/Ulrike Pape
Kamera und Schnitt: Daniel Muff
Musik: Josh Woodward mit Let it in

Ansprache im Jahresanfangsgottesdienst

Im Jahresanfangsgottesdienst für die Mitarbeitenden im Unternehmensverbund, in dem die langjährige Pflegedienstleiterin Ute Gude verabschiedet und ihr Nachfolger Kai Müller gewürdigt wurden, sagte Pastor Jörn Engler:

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66, 13

In der Bibel gibt es viele Gottesbilder – oft sehr männlich geprägt – Vater, Gott der Heerscharen, König und der Mächtige. Daneben ist von Gott, dem Fels und der Burg die Rede und es gibt manche andere Bilder, die von Kraft und Macht nur so strotzen. Ich kann diesen Bildern durchaus viel abgewinnen, weil es für mein Verständnis darum geht, von der Unverbrüchlichkeit der Kraft Gottes zu sprechen. Ich lese in diesen Bildern, dass Gottes Liebe und Zuwendung sich standhaft bösen Mächten und Gewalten entgegenstellt und Menschen in Gottes Nähe Seelenschutz erleben. Die Würde des Menschen braucht starke und verlässliche Verteidigung.

Gleichwohl tragen diese zugestanden patriarchalischen Gottesbilder – vorsichtig formuliert – nicht durchgängig dazu bei, dass Menschen sich angesprochen fühlen – gerade die feministische Theologie hat deutlich gemacht, dass es gerade für viele Frauen eher belastete Sprachformen sind.

Die Jahreslosung fügt diesen machtvollen Gottesbildern einen ganz anderen Ton hinzu. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Zart klingt das. Zärtlich. Weich. Freundlich. Sanft geradezu und sehr aufmerksam und zugewandt. Eine Mutter, die nicht vermeiden kann, dass dem Kind die Seele schmerzt und der Leib. Die der Not aber begegnet – auch machtvoll, aber ohne jede Gewalt. Behutsam eröffnet sie einen Schutzraum der Geborgenheit, in dem das Schluchzen zur Ruhe finden kann. Tränen trocknen können. Linderung möglich wird. Trösten – das bedeutet, nicht schon das Problem aus der Welt zu schaffen. Sondern Distanz zu finden zur Not. Herausgenommen werden aus der Bedrohung. Zurück zu finden zu einem neuen Blick, sich zu sammeln und wieder handlungsfähig zu werden, nicht mehr ausgeliefert zu sein und hilflos.
Jenseits aller persönlichen Zustimmung und der Erinnerungen, die sich einstellen mögen, spricht mich die Jahreslosung in diesen Tagen sehr an. Wie viel Trost braucht unsere Welt – brauchen die Familien der Istanbuler Bombenopfer – der Opfer von Paris und Aleppo und und und. Wie viel Trost brauchen all die Menschen, die zu uns fliehen. Wie viel Trost so viele Leute in so vielen unbeschreibbaren Situationen in den Häusern in unserem Land.

Wie sehr gehört das Trösten zu den täglichen Aufgaben, denen wir uns selbst verschrieben haben. Helfen, heilen, trösten – dafür wollen wir Orte zur Verfügung stellen und tun das ja auch. Orte, an denen aufmerksame Herzen und wache Geister und kompetente, starke Hände wirken.

Trösten, das ist zum einen eine hohe Kunst. Und zum anderen braucht es als Werkzeug ganz wesentlich nur eines: Nämlich die aufmerksame – kannst auch sagen – achtsame Selbstwahrnehmung. Nämlich die Frage: Was würde ich selbst jetzt brauchen?

Und dann wird sehr schnell deutlich sein, dass es sicherlich nicht Sätze, wie diese sind:

  • „Ist doch nicht so schlimm!“ Wenn es aber doch im Moment nur noch schlimm ist!
  • „Kopf hoch!“ Wenn Du nicht einmal die Kraft hast, aufrecht zu stehen!
  • „Das wird schon wieder!“ Wenn doch alles, was werden könnte, im Moment in Trümmern liegt.

Trost, das ist so etwas wie Krisenintervention. Da geht es weder um Diagnose, noch lange nicht um Therapie oder um Heilung – weil Du ja in dem Moment noch gar nicht weißt, was als nächster Schritt denn wirklich sinnvoll ist. In der Krisenintervention und im Trost, da geht es darum, zu halten, beizustehen, auszuhalten, dass die Dinge jetzt so sind, wie sie sind und das Signal zu geben: Ich bin bei Dir und ich halte mit Dir aus und ich habe auch die Kraft, Dich zu halten!

Trost, das haben Sie von mir sicherlich schon gehört oder gelesen – Trost hat den gleichen Wortstamm wie „Vertrauen“, „Treue“ und wie im englischen Wort true „Wahrhaftigkeit“. Du darfst Vertrauen in mich haben. Ich traue mir selbst zu, für Dich da zu sein. Ich helfe Dir in eine Situation zu kommen, dass Du der Wahrheit über Dein Leben in die Augen sehen kannst. Ich will Dir helfen, getrost den nächsten Schritt in Deinem Leben tun zu können.
Denn das ist es ja auch: Trösten hat ein Ziel. Nämlich das Zutrauen zu finden, getrost einen nächsten Schritt zu setzen. Wieder aufblicken zu können. Die eigenen Möglichkeiten wieder zu entdecken und zu nutzen.
Um im Bild des Bibelverses zu bleiben: Die Mutter hält das Kind nur so lange im Arm, bis es die Augen wieder frei hat, bis der Schmerz nachgelassen hat, bis der Fuß wieder aufsetzen kann.

Und dann wird es natürlich auch sehr fachlich werden – wo liegt das Problem? Was kann getan werden? Wo brauchst Du Unterstützung? Was kannst Du alleine tun? Welches Ziel willst Du Dir setzen und welche Rahmenbedingungen brauchst Du dafür und welche Rolle kann ich dabei spielen? Oder andere.

Liebe Schwestern, liebe Brüder, Sie alle können das – achtsam und umsichtig den rechten Moment zu finden, wann was dran ist. Sie sind Experten und Expertinnen im Trösten, im Helfen, im Heilen.
Trost, Vertrauen, Treue, getroster und aufrechter Gang – das hängt miteinander zusammen. Liebe Frau Gude, wenn ich das alles so sage, dann denke ich dabei an Sie.

Wir haben Ihnen zugetraut, dass Sie hilfreich und kompetent für die Menschen in unserem Diakoniewerk da sein können – 15 Jahre lang haben Sie Ihren treuen Dienst geleistet. Wir haben Ihnen zugetraut, dass Sie nicht nur gut pflegen, sondern dass Sie auch gut leiten. Sie haben sich das auch selbst zugetraut. Und haben gezeigt, dass die Bewohner und Bewohnerinnen und dann eben auch Ihre Teams gut davon hatten, dass Sie in großer Zuverlässigkeit und Umsicht und – jedenfalls habe ich das nie anders erlebt – klarer Freundlichkeit ihre Teams geführt haben. Sie gehören nicht zu den Lautsprechern und sind sicherlich nicht immer diejenige gewesen, die sofort schon wissen, wie eine Frage zu beantworten ist, bevor sie denn überhaupt gestellt wird. Sie haben nicht den Anspruch, anderen die Welt zu erklären. Vielmehr haben Sie gründlich und mit einer beruhigenden Portion Nachdenklichkeit Sie Ihre Arbeit getan. Eine ruhige Hand. Das Bild verbinde ich mit Ute Gude. Die Bereitschaft, sich geduldig mit komplexen Aufgabenstellungen auseinanderzusetzen und zu einem guten Ziel zu führen. Zuletzt die beiden Bereiche in Zoar zusammenzuhüten, Teambuilding zu betreiben, Vertrauen nicht nur zu behaupten, sondern zu leben. Durchaus auch zu trösten, wenn der Teller sich wieder mal sehr schnell gedreht hat.

Sie haben sich das selbst zugetraut – gut, dass Sie nicht im Einzelhandel geblieben sind, in dem Sie Ihre ersten beruflichen Schritte getan haben! Sie haben entdeckt, dass die Pflege für Sie der richtige Beruf ist – in Langstedt, bei der Diako, im Elisabeth-Krankenhaus in Berlin

haben Sie gearbeitet und unser Gott hat Ihre Wege zum 1. November 2000 in unser Diakoniewerk geführt.
Wir danken Ihnen heute für Ihren Dienst an den Menschen, die uns anvertraut sind. Und wir vertrauen Sie der Begleitung unseres Gottes an, der Sie freundlich durch die Zeit begleiten möge, die vor Ihnen liegt.
Sie, lieber Kai Müller, können in Zoar die Aufgaben, des sind wir gewiss, getrost übernehmen. Sie haben durch Ihre Ausbildung, durch das Traineeprogramm und dann ja auch in den letzten Monaten durch ihre Zusammenarbeit mit Frau Gude sich gut einarbeiten können. Auch für Sie erbitten wir Gottes Segen für die Zeit, die vor Ihnen und Ihrem Team liegt, damit Sie für die Menschen in unserem Diakoniewerk lebendig werden lassen, was unser Leitwort ist: Orte zum Leben bereit zu halten, zu helfen, zu heilen und zu trösten.

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Er – unser Gott – er tut das durch sein Wort, durch seine Gemeinde, durch Menschen, die sich bereit halten. Trost – Treue – Vertrauen ins Leben – das geschieht durch Zuwendung, durch achtsame Begegnung, durch fachlich hochwertige Arbeit – Gottes Boten sind wir.

Hanns Dieter Hüsch hat gute Worte gefunden:
Tröstet die Traurigen,
greift den Armen unter die Arme.
Bringt die Einsamen zusammen,
besucht die Kranken,
ihr bringt die Freude Gottes in ihr Haus –
mit einem Lächeln.
Ihr seid das Licht der Welt.

Verschließt Eure Türen den Menschen nicht.
Schließt euch auf für Freund und Feind;
denn eure Liebe hat Hand und Fuß –
und ein Gesicht.
Ihr seid das Salz der Erde.

Haltet schützend die Hände über die,
die schwach und elend sind.
Schafft Raum für Freund und Feind.
Bring ihnen die Freundlichkeit Gottes entgegen.
Ihr seid Gottes Kinder.

Lebt mit neuen Gedanken einen neuen Glauben;
seid ein Echo des Himmels hier auf der Erde.
Ihr verwandelt das Böse in das Gute.
So werdet ihr zum Spiegel des Himmels.*

* Hanns Dieter Hüsch – Uwe Seidel, Ich stehe unter Gottes Schutz, Düsseldorf, 4. Aufl. 1999, S. 85

IMG_3672Ute Gude, Wolfgang Hauschildt, Claudia Zabel, Carsten Steinbrügge und Syelle Dörschner bei der Verabschiedung im Haus KANA.

IMG_3682Syelle Dörschner wünscht Herrn Kai-Uwe Müller einen guten Start in Zoar.

Zwei Preise gewonnen!

Warum wir ein guter Arbeitgeber sind – das sollte in einem Kurzfilm gezeigt werden. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hatte das Kieler Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie einen Wettbewerb ausgeschrieben. Als einer von fünf Beiträgen erreichte der Beitrag aus unserem Unternehmensverbund die Endausscheidung – und räumte gleich zwei Preise ab!

Staatssekretär Dr. Frank Nägele überreichte im Rahmen des Kongresses „Vernetzte Gesundheit“ den Sonderpreis für die umgesetzte Idee eines Kindheitstraums. Zudem war unser Film Publikumsliebling – er erzielte auf youtube über 200 Klicks mehr als der Zweitplatzierte.

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Heike Witteneben (Ministerium), Prof. Dr. Jens Scholz (UKSH), Sven Roßmann, Ines Kaden-Kosak, Anna-Kathrin Dormund, Tanja Baltz (alle Stiftung Diakoniewerk Kropp), Staatssekretär Dr. Frank Nägele (Ministerium

„Toller Arbeitgeber“: Stiftung Diakoniewerk Kropp

Als einer von fünf Beiträgen beteiligt sich die Stiftung Diakoniewerk Kropp am Kurzfilmwettbewerb „Darum bin ich ein toller Arbeitgeber“, den das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ausgeschrieben hatte. Große wie kleine Unternehmen waren aufgerufen, für sich die Werbetrommel zu rühren und kreativ und originell zukünftige Mitarbeiter anzusprechen.

Hier werden ab sofort alle Klicks gezählt, damit ein „Publikumsliebling“ gekürt werden kann: https://www.youtube.com/watch?v=e-BadlPJYwU

Goldenes Kronenkreuz der Diakonie für Heinz Henningsen

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FLECKEBY – Zehn Jahre, von 2003 bis 2013 war Heinz Henningsen Vorsitzender des Diakonievereins Fleckeby, zudem Gründungsmitglied (1995). Für sein langjähriges Engagement in der Diakonie wurde ihm am Sonntag in einem Gottesdienst in der Fleckebyer Kreuzkirche die höchste Auszeichnung, die die Diakonie Deutschland für ehrenamtliches Engagement vergibt, das Kronenkreuz in Gold verleihen. Durch den Gottesdienst führten Kosels Pastorin Susanna Kschamer und Pastor Jörn Engler von der Stiftung Diakoniewerk Kropp.

Der Diakonieverein Fleckeby, in dem die fünf Kirchengemeinden Kosel, Rieseby, Hütten, Bünsdorf und Sehestedt mit den dazugehörigen Kommunen die ambulante Pflege in dieser großen ländlichen Region sichergestellt haben, wurde vor drei Jahren in die St. Martin gGmbH integriert. Der Verein, in dem bis heute Kirchengemeinden und Kommunalgemeinden zusammenarbeiten, ist unter dem Vorsitz von Heinz Henningsen zum Förderverein für die ambulante Pflege geworden.

Heinz Henningsen war außerdem 31 Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hütten, zwölf Jahre Mitglied des Hüttener Kirchenvorstandes und von 1997 bis 2003 Amtsvorsteher des alten Amtes Hüttener Berge. Schon als Jugendlicher engagierte er sich für die Landjugend der Gemeinde Hütten.

Pastor Jörn Engler würdigte in einer Ansprache die Verdienste Heinz Henningsens. Er habe immer dafür eingestanden, dass es ein gemeinsames Verständnis gab für die Kommunen und die Kirche. Die Menschen in den Außenbereichen sollten genauso versorgt werden, wie die in den Zentralorten. „Selbstbewusstsein und Wahrhaftigkeit – das zeichnet dich ebenso aus wie die Leute, die in der Gemeindepflege arbeiten“, sagte Engler zu Henningsen.

Engler erinnert aber auch an den verstorbenen Pastor Jens Lehmann, der viel für die Gemeindepflegestation bewirkt hätte. Die Leiterin Elisabeth Naeve und Mitbegründerin Heike Hansen hätten zudem Fachlichkeit bewiesen und im Diakonieverein ihre Handschrift hinterlassen. Heinz Henningsen sei es dann wieder gewesen, der Gespräche mit den Verantwortlichen von St. Martin gesucht hätte, um die Arbeit der ambulanten Gemeindepflege zu sichern und die Kooperation mit Kirchengemeinden und Kommunalgemeinden fortzusetzen.

Bericht aus der Eckernförder Zeitung vom 16.12.2015 von Achim Messerschmidt

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„Vom Mut alter Menschen“

Eine Fotoreportage von Inke Raabe.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge, schreibt Joachim Fuchsberger. Denn das Älterwerden, und das merken wir schon relativ früh, bringt zwar gewisse Erkenntnisse – die im Übrigen auch nicht alle angenehm sind -, aber zunehmend auch Einschränkungen: Es beginnt mit der Brille, und es endet nicht mit dem Zahnersatz. Manchmal erfasst uns das kalte Grausen, wenn wir bedenken und sehen, was da noch kommen kann.“

So beginnt die Internet-Broschüre, in der Inke Raabe, Journalistin und Pastorin, ihre Begegnung mit mutigen alten Menschen schildert. Das kalte Grausen weicht schnell dem großen Respekt.

www.inke-raabe.de

ProDeMa steht für professionelles Deeskalationsmanagement!

Gruppenbild
v.l. Alexandra Jestrimsky (zzt. in der Trainerausbildung), Trainer Marco Thedens und Inge Hinrichsen (Bobik Petersen fehlt)

Wir, das sind Marco Thedens und Inge Hinrichsen, verbinden ProDeMa mit einer Leidenschaft! Es ist eine Bereicherung für die Arbeit! Seit 2008 haben wir dieses Instrument als festen Bestandteil in unsere Arbeit und Konzeption in der St. Ansgar gGmbH implementiert. Gemäß dem Leitbild hat der betreute Mensch ein Recht auf geschultes Personal, das mit seinen unvermeidbaren Spannungs- und Erregungszuständen professionell umgehen kann, und der Mitarbeiter hat im Umkehrschluss ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz und auf Schulung im Umgang mit hoch angespannten Bewohnern.
Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, eine dreitägige Basisschulung und jährlich ein Refresh zu besuchen und hat somit die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Gruppen sind aus allen Fachbereichen und Professionen bunt gemischt. So trifft Erzieherin auf Verwaltung, Pastoren auf Raumpflege usw. Das macht es so spannend und lebhaft. Wir lernen uns und alle Fachberei- che anders kennen und respektieren. Wir erhalten immer wieder die Rückmeldung, dass die Inhalte den Kollegen Sicherheit in der täglichen Arbeit geben.

Worum geht es uns?
„Eine Welt ohne Gewalt und Aggression wäre etwas Wunderbares!“

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der dieser Aussage nicht zustimmen könnte und der nicht das Ziel hätte, mit anderen Menschen friedlich zusammenzuleben oder zusammenzuarbeiten. Doch jeder weiß, dass dies ein unerreichbarer Traum ist. Denn der Mensch reagiert auf eine Vielzahl von Ereignissen und Erlebnissen mit
herausforderndem Verhalten aufgrund der Dynamik der zwischenmenschlichen Interaktion. Wir müssen also akzeptieren, dass es keine gewaltfreie Welt geben kann. Aber in der Art und Weise des miteinander Umgehens lassen sich Lösungsansätze für ein gewaltfreieres Interagieren finden und umsetzen, im privaten sowie im beruflichen Alltag.
Mit dem Deeskalationsmanagement haben wir einen wertvollen Weg gefunden, mit herausforderndem Verhalten umzugehen. Dieser besteht darin, offen und professionell die unvermeidlichen Anspannungen der Bewohner gemeinsam zu bewältigen. Ziel ist es, herausfordernde Verhaltensweisen, hohe Anspannungszustände und Eskalationen, wo immer sie auftauchen, zu verstehen, zu deuten, zu verändern und bestmöglich auch zu vermeiden bzw. zu minimieren und die Bewohner in ihrer inneren Not zu begleiten. Das professionelle Deeskalationsmanagement soll Sicherheit vermitteln und dient dem Arbeitsschutz.
Unsere dreitägigen Schulungen sind in 7 Stufen aufgebaut:

Deeskalationsstufe I
Verhinderung der Entstehung von Gewalt

Deeskalationsstufe II
Veränderung der Sichtweisen und Interpretationen herausfordernder Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe III
Verständnis der Ursachen und Beweggründe herausfordernder Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe IV
kommunikative Deeskalationstechniken

Deeskalationsstufe V
schonende Abwehr- und Flucht- techniken

Deeskalationsstufe VI
schonende Immobilisation

Deeskalationsstufe VII
kollegiale Ersthilfe

Die Schulungen sind zusammengestellt aus theoretischer Wissensvermittlung, Kleingruppenarbeit, Beispielen aus der Praxis, Situationstraining und schonende Flucht- und Abwehr- Techniken. Die Immobilisation und Fixierung schulen wir meist gesondert für die Mitarbeitenden der geschlossenen Bereiche mit dem Ziel, die Fixierungen soweit wie möglich zu vermeiden.
Besonders ist, dass wir Trainer durch das Institut, das mittlerweile ca. 1.400 Trainer in Deutschland hat, immer auf dem neusten Stand sind und somit das Konzept immer weiter entwickelt wird. Wir treffen uns zum Austausch mehrfach im Jahr auf Regionaltreffen und sind alle miteinander vernetzt.
Wir lernen aus den Erfahrungen und Beispielen. Uns begegnen in den Schulungen verschiedene Möglichkeiten, mit herausforderndem Verhalten, zum Beispiel der fliegenden Kaffeetasse, umzugehen. Wenn wir erlernen, dass diese uns etwas mitteilen will, haben wir eine ganze Menge erreicht. Denn klar ist, dass uns niemand mit seinem Verhalten verletzen will!
Durch die Implementierung dieses Deeskalationsmanagements hat sich in den letzten Jahren die Einstellung und Haltung gegenüber unseren Bewohnern maßgeblich verändert. Ziel ist es immer, im Alltag achtsam und wertschätzend miteinander umzugehen. Die Eskalationen sind gesunken, da alle Mitarbeiter im Alltag auf kleinste Veränderungen in der Mimik, Gestik und Stimmungslage sofort reagieren.
Einen weiteren Erfolg erleben wir durch die Implementierung der kollegialen Ersthilfe nach Übergriffen/Vorfällen. Die Inhalte der kollegialen Ersthilfe schulen wir in allen Basisschulungen und auch in allen Refreshs. Durch die Vermittlung der Basics hat sich die Wahrnehmung erneut verändert, und alle Mitarbeiter wissen, welche Unterstützung sie anbieten können. Wir haben in den Teams dadurch erreicht, dass wir bei kleinsten Auffälligkeiten nach dem Befinden fragen und gegebenenfalls Möglichkeiten der Unterstützung bzw. des Gesprächs anbieten.

Kleingruppenarbeit
Kleingruppenarbeit mit Beispielen aus der Praxis

Weitere Schulungen in Kurzform bieten wir zudem den Mitarbeitern in der DSS/DSK GmbH und den ehrenamt- lich tätigen Kollegen an.
Wir freuen uns, dass auch in dem Bereich von Hesterberg & Stadtfeld in Schleswig großes Interesse an Schulungen besteht. Zusätzlich werden in diesem Jahr zwei Kollegen die Ausbildung zum Deeskalationstrainer (zum Teil mit Spezialisierungen) absolvieren. Mit Spannung erwarten wir die gemeinsame Arbeit mit den neuen Kollegen und hoffen, dass wir unsere Leidenschaft als Trainer und die Erfahrungen aus den Teams der St. Ansgar gGmbH auch in die Hesterberg & Stadtfeld gGmbH übertragen können.
Wir sind froh darüber, in den zurückliegenden Jahren bereits so viel erreicht zu haben, und vor allem danken wir für die Unterstützung und das Vertrauen seitens der Geschäftsführung und des Vorstandes.
Aus der letzten Basisschulung zusammengefasst einige Rückmeldungen:
Ich bin in meiner Haltung zum Bewohner und zu den Wohnsituationen bestärkt worden, mit wenig Angstgefühl, aber Aufmerksamkeit in die Wohngruppen zu gehen.
Ich habe mitgenommen, mehr auf die Kommunikation zu achten, besser zuzuhören und auf das Gesprochene einzugehen und zurückzuspiegeln.
Es wurde nochmals deutlich, wie wichtig das Hineinversetzen in die Situation bzw. in die innere Not des Bewohners ist.
Besonders anschaulich für mich waren die praxisnahen Beispiele und die Darstellung durch Rollenspiele.
Besonders hat mir die angenehme Lernatmosphäre während der drei Tage gefallen. Die Inhalte des Themas waren gut strukturiert und praxisnah doziert.
Hilfreich waren die zahlreichen Beispiele, die dazu anregen, das eigene Verhalten immer wieder zu betrachten und zu reflektieren.

Inge Hinrichsen / Marco Thedens

Gardinger Musikantenbörse – eine Stadt singt, swingt und rockt

Helferteam
Das engagierte Helferteam des Sommerkonzertes freut sich auf das Event

Es ist mal wieder so weit – Sommer, Sonne, Open Air, Livemusik!
Der Verein „Musik für Garding e.V.“ veranstaltete in diesem Jahr vom 7. Juli bis zum 25. August die acht- zehnte Gardinger Musikantenbörse. Auf den insgesamt fünf Bühnen in der Innenstadt von Garding (drei Outdoor-, eine Indoor-Bühne und eine Offene Bühne) treten an jedem Dienstagabend in der Zeit von 19:00 bis 23:00 Uhr insgesamt mindestens acht Musikgruppen bzw. Solisten auf, die mittlerweile aus ganz Deutschland anreisen. Sie präsentieren sich und ihre Musik, um sich einerseits bekannter zu machen und andererseits aus Spaß an der Freud‘. Denn in Garding herrscht eine unvergleichliche Atmosphäre, die allein schon Grund genug ist, dass sich sehr viele der hier angetretenen Musiker schon für die nächste Musikantenbörse bewerben. Eine Bewerbung im klassischen Sinne gibt es eigentlich nicht, denn der Verein „Musik für Garding e.V.“ mit dem Vorsitzenden Rainer Martens heißt grundsätzlich jeden Musiker willkommen, der es sich zutraut, seine Musik einem aus Einheimischen und Gästen bestehenden Publikum
zu präsentieren. Die Künstler, die zumeist Amateure sind, erhalten keine Gage, sondern sind mit einer kleinen Aufwandsentschädigung, einem Happen zu essen und ein paar Getränken zufrieden.
Der Eintritt für die Zuschauer und -hörer ist wie immer frei. Etwa zweitausend Besucher pro Abend können an jedem Dienstag ab 19:00 Uhr zwischen meist vollkommen verschiedenen Musikrichtungen wählen, denn es ist alles dabei, vom Schlager bis zum Death Metal. An einem Informationsstand erhält der Gast das aktuelle Heft zur Musikantenbörse und Auskünfte zu dieser Veranstaltung. Imbiss- und Getränkestände versorgen das Publikum mit der nötigen Energie.
Es ist in großem Maße den ehren- amtlichen Helfern und den Sponsoren, wie zum Beispiel Thomas Andresen, der die Bühnenanhänger zur Verfügung stellt, zu verdanken, dass solch eine Veranstaltung noch durchgeführt werden kann, denn Kosten, wie zum Beispiel an die GEMA, entstehen natürlich. Zahlreiche Hände sorgen jeden Dienstag für den Auf- und Abbau und eine wieder aufgeräumteInnenstadt.

Nach den ersten Veranstaltungen wurde im Jahre 2000 der Verein „Musik für Garding“ gegründet, um dieses Event auf eine größere Basis zu stellen und der Stadt Garding im Sommer zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Der Erfolg der „Börse“ bestätigt das!
Der Begriff Musikantenbörse kommt aus einer Zeit, als Musiker beim Arbeitsamt anstanden, um Engagements zu erhalten. Knut Kiesewetter brachte dieses Wort ins Spiel, als er 1998 die erste Musikantenbörse Garding mit ins Leben rief. Inzwischen ist ein umfang- reiches Netzwerk entstanden. Die Musiker werden vom Verein an anfragende Veranstalter empfohlen und erhalten so doch einige Engagements mehr. Die Musikantenbörse Garding ist ebenfalls im Laufe der Jahre zu einem Vorbild für andere Veranstalter geworden, die sich dieses Prinzip zu eigen machen und die Livemusik damit fördern. Der Verein kann das nur ausdrücklich begrüßen.

Rainer Martens

Nationalität Mensch – Flüchtlinge in Kropp

Flüchtlinge in Kropp
Fröhliches Miteinander bei Kaffee und Kuchen

Zu einem gemeinsamen Kuchenessen trafen sich über vierzig Flüchtlinge, Lotsen und weitere Helfer bei strahlend blauem Himmel im Grünen.
Selbst gebackener Kuchen, Kaffee, Tee und erfrischende Getränke wurden reichlich mitgebracht. Den ganzen Nachmittag wurde miteinander geredet und gelacht. Trotz der verschiedenen Sprachen gab es keine Verständigungsprobleme. Man spielte zusammen einige Rasenspiele wie Wikingerschach und Boule. Für eine
musikalische Darbietung auf einer selbst gebauten Kira gab es reichlich Applaus. Alle waren sich am Schluss einig, dass man so einen schönen Nachmittag bald wiederholen möchte.

Uwe Buchholz

Live-Musik direkt am Eiderdeich – der Hospizdienst eiderstedt präsentierte „InTakt”

InTakt im Einsatz
Das Duo „InTakt“ im Einsatz

Die umfangreiche Vorbereitung und die gute Zusammenarbeit mit den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern haben sich gelohnt! Und auch der Segen von oben schien gegeben, denn ab Punkt 18:00 Uhr herrschte in der Eiderstedter Straße 8 in Tönning ein sonniges Sommerwetter, was allen Gästen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Der Hospizdienst Eiderstedt lud am 10. Juli zu einem lauschigen Sommerkonzert direkt an den Eiderdeich in Tönning ein, in dessen Rahmen Spenden zur Unterstützung der vornehmlich ehrenamtlich arrangierten Arbeit des Hospizdienstes eingeworben werden sollten.
Das tolle Repertoire an Livemusik der Schleswiger Band „InTakt“ sorgte rasch für die richtige Sommerstimmung, da diese mit aktuellen Hits, bekannten Klassikern und gelungenen Eigenkompositionen mit Musik für jeden Geschmack überzeugen konnte. Auch die Bewohner des Alten- und Pflegeheims Paul-Gerhardt-Haus, auf dessen Grundstück das Konzert statt- fand, haben bis spät in den Abend auf der Fenne vor der Einrichtung die Zeit verbracht. Bei Gegrilltem und erfrischenden Getränken wurde sehr gern das rege Treiben und die schwungvolle Musik genossen! Für die richtige Akustik der stimmungsvollen Livemusik, die die rund siebzig Besucher am Eiderdeich in Schwung gebracht hatten, sorgte ein ehrenamtliches Team des Vereins „Musik für Garding e.V.“, welcher nicht zuletzt durch die alljährliche Gardinger Musikantenbörse auf das nötige Expertenwissen und eine hervorragende Technik zurückgreifen konnte.

Besucher
Rechtzeitig vor dem Konzert füllt sich die Fenne vor dem Paul-Gerhardt-Haus

Die ausgelassene Stimmung, die gute Verpflegung und die netten Begegnungen hatten zahlreiche Besucher dazu bewogen, den Hospizdienst Eiderstedt mit kleinen und großen Spenden zu unterstützen. Hierfür durfte sich jeder Spender einen Ansteck- button an die Kleidung heften und so sein ganz persönliches Engagement für die Arbeit des Hospizdienstes unter- streichen. Hospizdienstkoordinator Thiemo Lemke bedankte sich persönlich bei den zahlreichen Spendern und rief ihnen zu, dass ohne die breite Akzeptanz und Unterstützung in der Bevölkerung ein Angebot wie der Hospizdienst in der Form überhaupt nicht möglich wäre.

Neben den zahlreichen Kleinspendern ist es Thiemo Lemke auch sehr wichtig, den drei großen Unterstützern, EDEKA aktiv markt S. Rathjens, Thomas Andresen Versicherungs- und Finanzmakler GmbH (Versicherung, Bühne) und der Diakonie-Service-Kropp GmbH (Catering) für ihre Förderung der Organisation und Durchführung dieses tollen Sommerabends zugunsten des Hospizdienstes zu danken.

Essen in Gemeinschaft in Garding

HPIM1809Vorfreude auf das bevorstehende Essen im Gemeindehaus

Es begann im September 1998. Seit diesem Jahr findet einmal im Monat im Gemeindehaus in Garding das „Essen in Gemeinschaft“ statt. Hierbei handelt es sich um ein ehrenamtliches Angebot, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, ältere Menschen in der Gemeinde monatlich gegen einen geringen Kostenbeitrag zu einem gemeinsamen Mittagessen einzuladen und Gemeinschaft zu erleben.

Der Ökumenische Frauendienst mit Unterstützung durch die Diakonie-Sozialstation Eiderstedt suchten zuvor unter dem Motto „Füreinander da sein“ ehrenamtliche Helfer, damit dieses Projekt in die Tat umgesetzt werden konnte. Und so lief es an!

Es meldeten sich helfende Hände für die Kochteams und auch mobile Helfer, die mit ihren privaten PKWs den Hol- und Bringdienst organisierten. So wurde es möglich, dass seither an jedem letzten Donnerstag im Monat leckeres Gekochtes angeboten wird. Liebevoll gedeckte Tische erwarten die Teilnehmenden, denen man die Vorfreude beim Eintreten ins Gemeindehaus bereits anmerkt. Was es zu essen gibt, erfahren alle Mittagsgäste allerdings erst, wenn das zubereitete Essen serviert wird. Vorfreude ist schließlich die schönste Freude!

Zu Beginn eines jeden Essens in der Gemeinschaft stellen sich die Kochteams persönlich vor, und nach einer Geschichte oder einem Gedicht und einem gemeinsamen Tischgebet heißt es dann, den Gaumen verwöhnen zu lassen. Traditionelle Gerichte, die man sich selbst vielleicht nicht (mehr) kocht (sei es, weil es sich für eine Einzelperson nicht lohnt oder es den Teilnehmenden aus individuellen Gründen nicht mehr möglich ist), wie zum Beispiel Grünkohlsuppe oder Buttermilchsuppe mit Klümp, Rouladen oder auch Obstsalat mit einer leckeren Sahne-Eis-Eierlikör-Soße, landen dann in den Mägen.

Mit den zunehmenden Jahren hat sich das Angebot „Essen in Gemeinschaft“ nicht zuletzt dank der Organisatorinnen Karin Merta und Ortrud Unbehaun fest etabliert, und so manche Ehrenamtler stießen an die eigenen Grenzen oder wurden selbst älter, sodass der Platz in der Küche mittlerweile gegen einen Platz am Teilnehmertisch getauscht wurde.

Um dennoch an diesem wichtigen Angebot festhalten zu können, ist dank des guten engen Kontaktes zwischen den ehrenamtlichen Kochteams mit den Jahren das Engagement durch die St. Christian Diakonie Eiderstedt mehr und mehr gestiegen.

Mittlerweile wird die gesamte Organisation der Bekanntgabe des Termins in der Presse sowie die Anmeldungen durch unsere Verwaltungskraft Tanja von der Reith im Martje-Flohrs-Haus organisiert. Ebenso stellt St. Christian den Marienstift-Bus für den Transport der Teilnehmenden bereit und stellt zweimal im Jahr selbst das Kochteam aus den eigenen Reihen der Belegschaft bzw. ehrenamtlichen Helfern.

Wir freuen uns sehr über dieses tolle kommunikative Angebot inmitten unserer Gemeinde. Probieren Sie es doch selbst einmal aus, denn mitunter gibt es mal den einen oder anderen freien Platz. Fühlen Sie sich angesprochen und melden Sie sich ruhig unter der Telefon-Nr. 04862-188220 (Anrufbeantworter) an. Die Möglichkeit, in der Gemeinschaft zu essen, sich verwöhnen zu lassen und zu klönen, nehmen nicht nur Gardinger gern an!

Tanja von der Reith

Gute Stimmung bei plattdütschen Döntjes und fröhlichen LiedernGute Stimmung bei plattdütschen Döntjes und fröhlichen Liedern

Zweite Runde der Kerzenwerkstatt im Wohnheim Hebron

IMG_2171Judith Frahm und Andreas Michel auf dem Kropper Wochenmarkt

Unser erster Marktverkauf war ein voller Erfolg! In dicke Jacken, Mützen und Schals eingepackt, standen wir bei kaltem Ostwind und Nieselregen mit unseren hoch motivierten und aufgeregten Bewohnern in der Adventszeit zweimal auf dem Wochenmarkt in Kropp.

Für unser leibliches Wohl in der Kälte sorgten heißer Tee, belegte Brötchen und viel gute Laune. Mit kleinen Geschenken erfreuten wir die Marktgänger, die nicht mit Komplimenten über unsere Ware sparten und reichlich einkauften.Das führte dazu, dass wir spontan in die weitere Kerzenproduktion gehen mussten, um auf dem Christkindlmarkt in Kana unsere Ware verkaufen zu können. Auch hier hörten wir nur Positives und verkauften eine Menge Kerzen. Gemeinsam mit den Bewohnern aus der Kerzengruppe feierten wir unseren Erfolg mit Kino, Pizza, Döner und Pommes.

Im neuen Jahr bekamen immer mehr Bewohner Lust, uns beim Kerzengießen zu unterstützen, und somit wurde klar: Wir brauchten einen größeren Raum für unsere Kerzenwerkstatt. Schnell wurden wir im Keller fündig. Mit Tischen, Stühlen und Regalen verwandelte sich der Kellerraum in eine gemütliche, lebendige und dennoch sehr produktive Arbeitsstätte. Hier brodelten nicht nur einmal in der Woche die Wachstöpfe, denn Ostern stand vor der Tür. Kurzum stand fest: Wir brauchten Eierformen, Eierschalen und Dekomaterial. Die nächste Herausforderung war für uns: nicht nur einfarbig – sondern bunt! Die Bewohner und auch wir lernten, Kerzen in unterschiedlichen Schichten und Farben zu gießen. Heiße Finger, bewachste Schuhe und viel Spaß gehören zum Kerzengießen einfach dazu.

Diesmal schon fast als „alte Hasen“, aber immer noch aufgeregt, standen wir am 27. März erneut auf dem Kropper Wochenmarkt, um unsere kunterbunte Osterkerzenmischung zu präsentieren. Wir trotzten dem Dauerregen mit Pavillion, heißem Kaffee, belegten Brötchen und freudiger Erwartung. Die Kauflaune wurde durch den Regen nicht getrübt. Der Eine oder Andere hatte auch schon von uns gehört und wollte sich selbst von unserer Kerzenkunst überzeugen.

Falls Sie uns auf dem Kropper Markt verpasst haben, ist das kein Problem: Wir alle aus dem Wohnheim Hebron freuen uns schon auf das Sommerfest im Juli 2015 mit den neu produzierten Kerzen und anderen tollen Sachen!

Astrid Bereuter / Judith Frahm

Diakonie-Sozialstation Kropp/Owschlag

foto_soenke_dwenger_SHA0917v.l. Sabine Reinhold, Meike Rathmann und Andrea Harders

Seit dem Frühjahr 2014 hat Meike Rathmann die Leitung der Diakonie-Sozialstation Kropp/Owschlag übernommen. Sie arbeitet bereits seit 2008 als Krankenschwester in der ambulanten Pflege der Diakonie-Sozialstation der St. Hildegard Diakonische Altenhilfe Kropp gemeinnützige GmbH.

„Ambulante Pflege setzt Kreativität, Flexibilität und ein hohes Maß an eigenverantwortlichem Arbeiten und Fachwissen voraus, und all das finde ich in diesem Team“, sagt die neue Pflegedienstleitung, die in Norby aufgewachsen ist und heute mit ihrem Mann und den beiden Söhnen in Owschlag wohnt.

Neben den personellen Veränderungen wurde im letzten Jahr auch der
Grundstein für eine weitere Spezialisierung im Rahmen der ambulanten Pflege gelegt: die SAPV (spezialisierte ambulante palliative Versorgung).

Sabine Reinhold hat als Krankenschwester zusätzlich die Ausbildung zur Palliativ-Fachkraft abgeschlossen und wird in diesem Jahr noch die Weiterbildung zur Pain-Nurse (Schmerz-Schwester) besuchen.

Auch die Wundmanagerin des Teams, Andrea Harders, wird dieses Jahr die Weiterbildung zur Palliativ-Fachkraft beginnen.
Durch diese Weiterbildungen und die Kooperationen mit den Palliativ-Teams aus den Kreisen Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde sowie der engen Zusammenarbeit mit dem Palliativarzt können seit Anfang des Jahres Patienten, die eine speziali-sierte ambulante Palliativversorgung benötigen, und deren Angehörige individuell betreut und gepflegt werden. Durch die intensive Zusammenarbeit von Arzt, SAPV-Koordination und Pflegeteam ist die Pflege, Betreuung und Versorgung für schwerstkranke Menschen und deren Angehörige deutlich verbessert worden.

Das Café Wendepunkt

Sabine Reinhold hat in ihrer Arbeit mit den Angehörigen häufig festgestellt, wie wichtig auch nach dem Versterben eines nahestehenden Menschen der Kontakt ist. Daher hat sich die Diakonie-Sozialstation Kropp/Owschlag entschieden, alle zwei Monate am Sonntagnachmittag einen Kaffeenachmittag anzubieten, an dem es darum geht, das Erlebte mit anderen Betroffenen zu teilen, zu besprechen und vielleicht auch neue Kontakte zu knüpfen.

Bei Fragen oder Beratungsbedarf steht Ihnen Meike Rathmann oder Sabine Reinhold unter der Telefonnummer 04624-801780, Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr gerne zur Verfügung.

Meike Rathmann / Sabine Reinhold

Schwierige Gespräche im Altenheim

SCHLESWIG „Das Herz eines Boxers“ – so lautet der Titel eines Jugendbuches von Lutz Hübner, mit dem sich die 8a der Domschule mit ihrem Deutschlehrer Robert Keil in den vergangenen Wochen auseinander gesetzt hat. Doch was hat das mit ihrem Besuch im Altersheim zu tun, mag sich manch einer fragen? Auf den zweiten Blick wird klar, dass es genau darum in dem Buch geht: Zwei Generationen kommen miteinander in Berührung. Der jugendliche Straftäter Jojo muss nämlich Sozialstunden im Altersheim ableisten und lernt dort den desillusionierten und ehemaligen Boxer Leon kennen.

So standen die Schüler nun also im lichtdurchfluteten Speisesaal irn „Feierabendhaus“ in der Lutherstraße, um in dem von der Leiterin Elke Levin organisierten Treffen mit den betagten Damen und Herren ins Gespräch zu kommen und sich somit in die Lage ihres Roman-Protagonisten hineinzuversetzen. Eine der ersten Fragen, die Klassensprecher Jan Felix stellte, war, ob ein solcher Besuch denn etwas Neues für die Herrschaften sei. In der Antwort, dass es in der Vergangenheit Dialoge mit nur jeweils zwei Schülern gab und einzig über Themen wie die Hitlerzeit oder die persönliche Vergangenheit gesprochen wurde, schwang eine gewisse Erwartungshaltung mit: Offenbar sehnten sich die Senioren nach anderen Fragen von Seiten der Schulklasse. Trotzdem kam das Gespräch im Folgenden nicht wirklich in Gang. Beide Seiten schienen sich ein wenig suspekt zu sein – was auch daran lag, dass die Schüler ihren vor längerer Zeit erstellten Fragenkatalog nicht mehr parat hatten.

Deshalb musste ihr Lehrer im Verlauf dieser Begegnung immer wieder an die Schüler appellieren, eigene Fragen zu entwickeln, nachdem er selbst die Alteren beispielsweise nach Dingen gefragt hatte, die sie von den Jugendlichen unterscheiden. In diesem Zusammenhang fiel auch der Begriff Smartphone. Dazu bemerkte Pensionist Herr Marten ganz trocken, „dass die Zeit viel zu schnell vergeht, als dass man sich überhaupt mit solchen Dingen beschäftigen kann“. Auf eine der wenigen Fragen von Schülerseite, nämlich ob es denn auch vegetarisches Essen gebe, reagierten die Alteren eher ein bisschen verstört – ein Beispiel für die Differenzen zwischen den Generationen. Dementsprechend lauteten die Antworten: „Vegetarier müssen sich anpassen“ und „Fleisch ist doch das beste Gemüse“.

Als erneut eine Art Leerlauf herrschte, erkannte sich der über 80-jährige Herr Marten mit seiner empathischen Art in der Situation der Schüler wieder und war erstaunt darüber, Wie ähnlich er sich doch als Jugendlicher verhalten hatte – ein Moment der Gemeinsamkeiten, der für die Schüler Anstoß war, sich endlich ein wenig aus der Deckung zu wagen – und so kam man letztendlich doch noch auf den Zweiten Weltkrieg zu sprechen.

Schließlich fragten die Schüler die Senioren, was denn deren Beschäftigungsmöglichkeiten seien. Dabei stellte sich heraus, dass die älteren Damen und Herren ihre Situation durchaus unterschiedlich bewerten. So bemerkte die kommunikativ auftretende Ingrid Lilienthal, dass „bei Weitem nicht alles gut sei“ in der Einrichtung, aber dass man dennoch durchaus zufrieden sein könne. Andere hingegen beklagten den Mangel an Pflegepersonal. Doch dass die meisten Senioren dank Sitzgymnastik und Gedächtnistraining nicht die ganze Zeit nur stumpfsinnig herumsitzen, wie es bei dem Boxer Leon aus ihrem Buch der Fall ist, wurde den Schülern am Ende schon klar. Nach dem Schlusswort von Robert Keil, der mit seiner moderierenden Funktion zwischen Jung und Alt das Gespräch immer wieder belebte, wenn nicht gar an sich riss, bekam die Seniorenrunde von den Schülern eine Domschulchronik als Dankeschön überreicht – wobei sich der Deutschlehrer auch hier das letzte Wort nicht nehmen ließ.
Salome Steiger

Ruf nach würdevoller Pflege im Alter

KROPP – Die Diakonie Deutschland hat zu einem bundesweiten Aktionstag zur Altenpflege aufgerufen und verschickte am Montag Forderungen nach einem Rettungspaket an das Bundesgesundheitsministerium. Auch am Standort Kropp waren drei Wochen zuvor Postkarten im ganzen Diakoniewerk verteilt worden – wie in den 2100 Altenheimen und bei den 1400 ambulanten Pflegediensten der Diakonie Deutschland. Pflegebedürftige, Personal, Besucher, aber auch die Verwaltungsangestellten durften ihre Forderungen und Wünsche an die Politik formulieren. Gesammelt wurden die Postkarten in violetten Boxen, die anschließend gesammelt und an den Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, verschickt wurden.

In diesem sogenannten „Rettungspaket“ fordern Beteiligte vorwiegend eine würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und eine Attraktivitätssteigerung für die Ausbildung. In ihrem Unternehmensverbund versorgt die Diakonie Kropp an Standorten mit rund 1300 Beschäftigten über 2400 pflegebedürftige Menschen. Und nicht wenige beteiligten sich an der Aktion.
So auch Bewohnerin Petra Junge-Bischoff, die schon einige Jahre im Diakoniewerk Kropp lebt und auf den Liegerollstuhl angewiesen ist. Ihr Wunsch: „Das Personal, das rund um die Uhr auf den Pflegestationen ist, sollte mehr Geld erhalten.“ Tatsächlich sei es so, dass die Berufe in der Altenpflege im Schichtdienst an 365 Tagen and 24 Stunden am Tag Einsatz fordern, sagt Wolfgang Hauschildt, Finanzvorstand des Diakoniewerks. „Der Beruf muss attraktiver werden, damit wir mehr examiniertes Personal bekommen und die Schulabgänger sich für diese Berufe interessieren.“ Derzeit sei es oft so, dass die Lehrlinge eine Ausbildungsvergütung erhielten, aber das Schulgeld aus eigener Tasche bezahlen müssten, erklärt er.

Zudem führe der Spardruck zu einer immer dünner werdenden Personaldecke. Die Mitarbeiter seien oft nicht mehr in der Lage, sich intensiv um die pflegebedürftigen Menschen zu kümmern, ergänzt Pflegedirektorin Syelle Dörschner.

„Ungefähr 30 Prozent der Arbeitszeit geht mit Verwaltung drauf“, betont in diesem Zusammenhang Katrin Steinbrück, Beauftragte für innerbetriebliche Fortbildung. „Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen,“ erklärt Hauschildt. „Wir werden alle einmal alt und benötigen irgendwann ambulante oder stationäre Pflege. Deshalb brauchen Pflegekräfte bessere gesellschaftliche Anerkennung, nur so können wir Menschen für das Berufsbild gewinnen.“ Dazu gehörten auch eine qualifizierte Ausbildung und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten, sagte er weiter. „Das sollte uns die Altenpflege wert sein.“

Geschäftsführer Carsten Steinbrügge: „Jeder Mensch möchte am Ende seines Lebens in Würde gepflegt werden. Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man sich das leisten kann.“
Antje Fey-Jensen | Pressebericht aus den Schleswiger Nachrichten vom 14.05.2014

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